Dieses Buch kann allerdings gekürzt werden, aber es ist sehr schwer es richtig zu kürzen. Diese Bemerkung bezieht sich nicht auf den “Versuch einer Umarbeitung”.












     


     Philosophische
      Bemerkungen
     


     XI.

      Fortsetzung von Band X.














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14.12.33.

     Das Bild sagt mir also sich selbst.      Und daß es mir etwas sagt wird etwa darin bestehen, daß ich in ihm Gegenstände in irgend einer charakteristischen Gruppierung wiedererkenne. (Wenn ich sage: “ich sehe in diesem Bild einen Tisch”, so charakterisiert das, wie gesagt, das Bild in einer Weise, die nichts mit der Existenz eines ‘wirklichen’ Tisches zu tun hat. “Das Bild zeigt mir einen Würfel”, kann z.B. heißen: es enthält die Form .)




     


     Wir sind geneigt zu denken, es gäbe ein bestimmtes Phänomen des Wiedererkennens, das Ding als das zu erkennen. Aber als was? Als das, welches diesen Namen hat? oder so gebraucht wird? Denn ‘das Ding als sich selbst erkennen’ heißt nichts. Die Idee, die uns da vorschwebt, ist die des Vergleichs zweier Bilder; es ist als trügen wir ein Bild des Gegenstandes mit uns herum, & wir erkennen einen Gegenstand als den, welchen das Bild darstellt| zeigt. Es ist uns so, als ob unser Gedächtnis so einen Vergleich vermittelte; indem es uns ein Bild des früher Gesehenen aufbewahrt oder uns erlaubt in die Vergangenheit zu sehen| schauen, sodaß| daß wir das was uns das Gedächtnis zeigt, mit dem gegenwärtig Gesehenen vergleichen können. Aber wenn wir die Gegenstände die uns umgeben & die wir unzählige Male gesehen

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haben nicht als fremde sondern als wohlvertraute behandeln, ja sogar wenn wir auf eine Frage antworten “ja, diesen Tisch kenne ich wohl, ich sehe ihn täglich”, so geht hier kein Vergleich zweier Eindrücke (eines Erinnerungsbildes & der Wirklichkeit) vor sich.




     


      Ich leugne natürlich nicht, daß es Phänomene des Wiedererkennens gibt (Wenn wir, z.B., sagen: “das ist dasselbe Kästchen, das ich vor Jahren dort gesehen habe”) auch nicht, daß unter den Phänomenen , die wir “Wiedererkennen” nennen, das| dasjenige ist, ein Vorstellungsbild mit der Wirklichkeit zu vergleichen.| Wenn man mich fragt: “hast Du Deinen Schreibtisch wiedererkannt, wie Du heute morgen in Dein Zimmer getreten bist?” so würde ich wohl sagen “gewiß!” und doch ist es irreführend, das was sich da abgespielt hat ein “Wiedererkennen” zu nennen. Gewiß, der Schreibtisch war mir nicht fremd, ich war nicht überrascht ihn zu sehn, wie ich es gewesen wäre wenn ein andrer dagestanden hätte oder ein fremdartiger Gegenstand.




     


     

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     “Was heißt es: ‘dieser Gegenstand ist mir wohlbekannt?” — “Nun, ich weiß daß er ein Tisch ist.” Das kann aber alles mögliche heißen, u.a.: “ich weiß, wie er gebraucht wird”, “ich weiß er sieht wie ein Tisch aus, wenn man ihn aufklappt”, “ich weiß, daß man das einen ‘Tisch’ nennt”.




     

Was ist das Wesen des ‘Wohlbekanntseins’? Worin besteht es, daß ein Anblick mir wohlbekannt ist? (Schon diese Frage ist eigentümlich; sie klingt nicht wie eine grammatische Frage.)
     Ich möchte sagen: “Ich sehe was ich sehe. Und die Wohlbekanntheit kann nur darin liegen, daß ich in dem Anblick ruhe.




     


     “Ich sehe, was ich sehe”, das sage ich darum, weil ich nicht benennen will, was ich sehe. Ich will nicht sagen, “ich sehe eine Blume”, denn das setzt ein Sprachübereinkommen voraus & meine Ausdrucksweise will sich nicht auf die Geschichte des Eindrucks beziehen.




     


      Ja, wenn ich sage das Wohlbekanntsein bestehe darin,

ich sehe eine Blume, so wende ich die Sache nun so| sehe ich die Sache nun so an: das Aussprechen der Worte des Erkennens “das ist eine Blume” ist eine Reaktion auf den Anblick; man kann aber nicht sagen, es sei das Kriterium des Erkennens, daß ich den Gegenstand richtig benenne; vielmehr muß es nun heißen, das Erkennen ist dadurch charakterisiert, daß ich bei dem Anblick des Gegenstandes eine Lautverbindung, etwa mit gewissen Empfindungen, ausspreche. Denn daß diese Lautverbindung das richtige deutsche Wort ist, ja überhaupt ein Wort einer bestehenden| existierenden Sprache, liegt nicht in der Erfahrung beim Aussprechen.




     


     Das Wohlbekanntsein bestehe darin, daß ich erkenne: was ich sehe sei eine Blume. Ich sage nun: Das Aussprechen der Worte “das ist eine Blume” ist die Reaktion des Erkennens; aber das Kriterium des Erkennens ist nicht, daß ich den Gegenstand richtig benenne, sondern daß ich bei seinem Anblick eine Lautverbindung mit bestimmtem Erlebnis ausspreche. Denn daß die Lautverbindung das richtige deutsche Wort ist, oder überhaupt ein Wort einer bestehenden Sprache liegt nicht in dem Erlebnis beim Aussprechen.

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      “Wohlbekannt ist das, wovon ich weiß, was es ist”.




     


     Ich will alles ‘Geschichtliche’ aus meiner Betrachtungsweise des Bekanntseins ausschalten. Es bleiben dann Eindrücke (Erlebnisse, Reaktionen), & auch wo die Sprache in unsere Erfahrungen eintritt betrachten wir sie nicht als bestehende Einrichtung.




     

Die Multiplizität des Wohlbekanntseins, wie ich es verstehe, ist also die des Ruhens in einem Anblick. Es könnte darin bestehen daß mein Blick auf dem Gegenstand nicht unruhig (suchend) umherschweift, daß ich den Aspekt des Gesehenen nicht wechsle sondern mich in einem Aspekt niederlasse & bleibe.| sogleich einen Aspekt ergreife & festhalte.




     


     Ich sehe das Bild eines dicken Rockes & habe ein Gefühl der Wärme & Behaglichkeit, ich sehe das Bild einer winterlichen Landschaft & friere. Diese Reaktionen, könnte man sagen, sind durch frühere Erfahrung gerechtfertigt. Aber wir bekümmern uns jetzt nicht um die Geschichte unserer Erfahrungen & also auch nicht um eine solche Rechtfertigung.

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     Wenn wir an unser Verstehen eines Bildes etwa eines Genrebildes denken, so sind wir vielleicht geneigt anzunehmen, daß es da ein bestimmtes Phänomen des Wiedererkennens gibt & wie die gemalten Menschen als Menschen, die gemalten Bäume als Bäume erkennen, etc.
     Aber vergleiche ich denn beim Anblick eines Genrebildes die gemalten Menschen mit wirklichen, etc.?
     Soll ich also sagen ich erkenne die gemalten Menschen als gemalte Menschen? Und also auch die wirklichen Menschen als wirkliche?




     


     Freilich gibt es ein| das Phänomen des Erkennens, wenn wir, etwa nach einem Vorgang des Suchens, eine Zeichnung als Darstellung eines Menschen erkennen; aber was sich hier abspielt geschieht eben nicht, wenn ich die Zeichnung sogleich als Darstellung eines Menschen sehe.

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      Das Bild einer menschlichen Gestalt sowie die menschliche Gestalt selbst sind uns wohlvertraute Gegenstände. Von einem Wiedererkennen aber ist hier keine Rede.





     

In den meisten Fällen des Wiedererkennens findet kein solcher Vergleich statt.
     Jemand kommt mir auf der Gasse entgegen dessen Gesicht meinen Blick auf sich zieht; vielleicht frage ich mich “wer ist das?”; plötzlich ändert sich der Aspekt des Gesichtes in bestimmter Weise, “es wird mir bekannt”; ich lächle gehe auf ihn zu & begrüße ihn beim Namen; jetzt reden wir von der vergangenen Zeit & dabei schwebt mir vielleicht auch ein Erinnerungsbild von ihm vor,

ich sehe ihn in einer bestimmten Situation.




     


     Man sagt vielleicht: hätte ich nicht sein Bild in der Erinnerung bewahrt, so könnte ich ihn nicht erkennen. Aber hier gebraucht man eine Metapher, oder man spricht eine Hypothese aus.




     


     Man könnte sagen: “der Anblick war erinnerungsbetont”.




     


     Man sagt auch: “wir könnten Worte gar nicht gebrauchen, wenn wir nicht sie & die Gegenstände die sie bezeichnen wiedererkennten”. Wenn wir die Farbe Grün nicht als solche wiedererkennten (wohl wegen Mangels an Gedächtnis), so könnten wir also das Wort “Grün” nicht anwenden. Aber haben wir denn irgend eine Kontrolle dieses Wiedererkennens, so daß wir wissen daß es wirklich ein Wiedererkennen ist? Wenn wir von einem Wiedererkennen reden, so meinen wir, daß wir etwas als das erkennen, was es, nach andern Kriterien, wirklich ist. “Erkennen” heißt: erkennen, was ist.




     


     Die Wohlbekanntheit bestätigt den Aspekt| Anblick ohne ihn aber mit etwas Anderem zu vergleichen. Sie stempelt ihn gleichsam ab.

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     Anderseits möchte ich sagen: “was ich hier vor mir sehe, ist doch nicht irgend eine Form, die ich auf bestimmte Weise sehe, sondern es sind eben meine Schuhe, die ich kenne. Aber hier bekämpfen sich eben zwei Ausdrucksweisen.







     

Und da muß man sich daran erinnern, daß alle die Phänomene, die uns nun so merkwürdig vorkommen, die ganz gewöhnlichen sind, die, wenn sie geschehen, uns nicht im geringsten auffallen. Sie kommen uns erst in der seltsamen Beleuchtung merkwürdig vor, die wir nun auf sie werfen, wenn wir philosophieren.




     

“Das Bild sagt mir sich selbst”, möchte ich sagen. D.h., daß es mir etwas sagt, besteht in seiner eigenen

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Struktur in seinen Formen & Farben.
     So ein Fall wäre es z.B., wenn “es sagt mir etwas” oder “es ist ein Bild” hieße: es zeigt irgend eine Kombination von Würfeln & Zylindern.




     


     “Es sagt mir etwas” kann heißen: es erzählt mir etwas, es ist eine Erzählung.



     


     Es sagt mir sich selbst, wie ein Satz, eine Erzählung mir sich selbst sagt.



     


     Ist denn der Begriff des erzählenden Bildes nicht ähnlich dem des Genrebildes (oder Schlachtenbildes). Und wenn ich beschreiben wollte, was ein Schlachtenbild ist, so brauchte ich mich nicht auf eine Realität außerhalb des Bildes zu beziehen sondern nur von gemalten Menschen, gemalten Pferden, gemalten Kanonen etc. zu reden.




     

“Das Bild sagt mir etwas”: es gebraucht, sozusagen, Worte; hier sind Augen, Mund, Nase, Hände, etc. etc.. Ich vergleiche das Bild mit einer Kombination sprachlicher Formen.





     


     “Jetzt sagt mir diese Zeichenfolge etwas; früher, ehe ich die Sprache lernte, hat sie mir nichts gesagt”. Nehmen wir an wir meinten| meinen damit, daß der Satz jetzt mit einem bestimmten Erlebnis gelesen wird. Gewiß, diese Zeichenfolge hat, ehe ich die Sprache verstehen lernte, nicht diesen Eindruck gemacht. Der Eindruck ist natürlich, wenn wir vom Kausalen absehen vom System der Sprache ganz unabhängig. — Und nun wehrt sich etwas in mir dagegen, zu sagen: daß der Satz etwas sagt, besteht darin, daß er mir diesen Eindruck macht.
     “Etwas ist ein Satz nur in einer Sprache”, will ich sagen.




     


     ‘Sprache’, das sind doch die Sprachen. Auch solche die ich nach Analogie bestehender erfinde. Die Sprachen sind Systeme.




     

“Ein Satz ist ein Satz einer Sprache”. Aber das heißt eben: “Sätze” nenne ich Glieder der Sprachen.



     

Aber achten wir auf den Gebrauch des Wortes “deutsche Sprache”, sonst fragen wir etwa: “Was ist die Sprache? alle ihre Sätze die je

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gesprochen worden sind? die Klasse ihrer Regeln & Wörter ? etc. etc.. Was ist das System? Wo ist es? Was ist das Schachspiel? alle Partien? Das Regelverzeichnis?



     

Satz ist das Glied einer Sprache”. “Es ist doch offenbar die Kombination von Wörtern die auch anders kombiniert werden könnten| können, was den Satz ausmacht”. D.h. aber: was ihn für mich ausmacht. So betrachte ich die Sprache.



     

Wir wollen eben auf das System der Sprache achten.





     


     Denken wir auch daran, wie| daß wir uns solche Bilder [] nicht erst in realistische übertragen, um sie zu ‘verstehen’, sowenig wir uns je Photographien oder die Bilder des Films in färbige Bilder übertragen obwohl uns schwarz-weiße Menschen oder Pflanzen etc. in der Wirklichkeit unsagbar fremd & schrecklich vorkämen.
     Wie, wenn wir nun hier sagten: “ein Bild ist etwas nur in einer Bildersprache”?




     


     Ein Satz einer Erzählung gibt uns dieselbe Befriedigung, wie ein Bild.




     

Wir können uns (anderseits) eine Sprache denken, in deren Verwendung der Eindruck, den ein Zeichen uns macht,|, den wir von den Zeichen erhalten, keine Rolle spielt; in der es ein Verstehen im Sinne eines solchen Eindrucks nicht gibt.|//; in der ein Verstehen im Sinne eines solchen Eindrucks nicht in Frage kommt.// Die Zeichen werden uns etwa geschrieben übermittelt & wir können sie uns nun merken. ( D.h. der einzige Eindruck von dem da die Rede ist, ist das Bild des Zeichens.) Wenn es nun ein Befehl ist, so übertragen wir nach Regeln, Tabellen, das Zeichen in Handlung. Zum Eindruck ähnlich dem eines Bildes kommt es gar nicht & man schreibt auch nicht Geschichten in dieser Sprache. Es gibt

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aber etwa eine Art Unterhaltungslektüre, die darin besteht, daß man gewisse Zeichenfolgen in Körperbewegungen übersetzt die eine Art Tanz bilden. (Vergleiche die Bemerkung über Verstehen & Chiffre.)






     

In diesem Fall könnte man wirklich sagen: “Die Zeichenfolge ist tot ohne das System”. | //“Das Zeichen lebt nur im System.”//




     

Aber auch in unserer gewöhnlichen Sprache können wir von dem Eindruck des Satzes oft ganz absehen & wichtig ist nur, wie wir mit dem Satz operieren. (Freges Auffassung der Logik.)




     


     “Es gibt keinen alleinstehenden Satz”. Denn was ich “Satz” nenne ist eine Spielstellung in einer Sprache.

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     Ist das Verwirrende nicht, daß ich eine Spielstellung betrachten kann so genau ich will, aber dadurch nicht herausfinde, daß es eine Spielstellung ist? Es verwirrt uns hier etwas in| an der Grammatik des Wortes “Spielstellung”.




     


     Das Denken heißt eine Tätigkeit, wie das Rechnen. Niemand würde Rechnen einen Zustand nennen, oder Schach spielen.





     


     Wir können diese Frage auch so stellen: Was ist das allgemeine Charakteristikum dafür, daß die Lösung gefunden ist?

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     Ich will annehmen, daß ich, sobald es gelöst ist, die Lösung dadurch darstelle| kenntlich mache, daß ich gewisse Striche des Vexierbildes stark nachziehe & etwa Schatten eintrage. Warum nennst Du nun das Bild das Du eingezeichnet hast eine Auflösung?
     a) Weil es die klare Darstellung einer Gruppe räumlicher Gegenstände ist.
     b) Weil es die Darstellung eines regelmäßigen Körpers ist.
     c) Weil es eine symmetrische Figur ist.
     d) Weil es eine Figur ist die mir einen ornamentalen Eindruck macht.
     e) Weil es die Darstellung eines Körpers ist der mir bekannt vorkommt.
     f) Weil es eine Liste von Auflösungen gibt & diese Figur (dieser Körper) auf der Liste steht.
     g) Weil es eine Art von Gegenstand darstellt, die ich wohl kenne: denn er macht mir den augenblicklichen Eindruck der Wohlbekanntheit, ich verbinde augenblicklich alle möglichen Assoziationen mit ihm, ich weiß, wie er heißt, ich weiß, daß ich ihn oft gesehen habe, ich weiß, wozu man ihn gebraucht, etc. etc.
     h) Weil es ein Gesicht darstellt, welches mir bekannt vorkommt.
     i) Weil es ein Gesicht darstellt welches ich erkenne: α) es ist das Gesicht meines Freundes so & so β) es ist ein Gesicht welches ich oft abgebildet gesehen habe. etc.
     k) Weil es einen Gegenstand darstellt,

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den ich mich erinnere, einmal gesehen zu haben.
     l) Weil es ein Ornament ist das ich gut kenne (obwohl ich nicht weiß, wo ich es gesehen habe).
     m) Weil es ein Ornament ist das ich gut kenne: ich kenne seinen Namen, weiß wo ich es schon gesehen habe.
     n) Weil es einen Einrichtungsgegenstand meines Zimmers darstellt.
     o) Weil ich instinktiv diese Striche nachgezogen habe & mich nun beruhigt fühle.
     p) Weil ich mich erinnere, daß mir dieser Gegenstand beschrieben worden ist.
     g1) Weil ich den Gegenstand wohl zu kennen meine| //scheine//: es fällt mir sogleich ein Wort als sein Name ein (obwohl das Wort keiner bestehenden Sprache angehört), ich sage mir: “natürlich das ist ein α wie ich es oft in β gesehen habe. Man γt damit die δ bis sie εen.” So etwas kommt z.B. im Traum vor.
             u.s.w.



     


     (Wer nicht versteht, warum wir über diese Dinge reden, muß, was wir sagen, als leere Spielerei empfinden.)




     


     Der Eindruck ist Eins, & die Bestimmtheit des Eindrucks etwas Anderes.
     Was ich den Eindruck der Wohlbekanntheit nenne hat die Multiplizität

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einer Bestimmtheit.




     


     Wir können in ein menschliches Gesicht schauen das wir genau kennen ohne irgend einen Eindruck zu erhalten| haben, sozusagen ganz stumpfsinnig; & von da bis zu einem starken Eindruck gibt es alle Stufen.




     


      Denken wir uns der Anblick eines Gesichts brächte einen starken Eindruck auf uns hervor| ergriffe uns stark es flößt uns etwa Furcht ein. Soll ich dann sagen: vor allem muß da ein| der Eindruck der Wohlbekanntheit sein| statthaben, die Form des menschlichen Gesichts als solche muß mir den Eindruck der Bekanntheit machen; & zu diesem Eindruck kommt nun der der Furcht. — Ist es nicht so, daß, was ich den Eindruck der Artbekanntheit nenne, ein Charakteristikum eines jeden starken Eindrucks ist den ein Gesicht auf mich macht. Etwa das Charakteristikum der Bestimmtheit. Ich sagte ja der Eindruck der Wohlbekanntheit bestehe etwa darin daß wir in einem Anblick ruhen, den Aspekt nicht wechseln & dergleichen.






     


      “Es ist sehr schwer … wegzudenken”: hier scheint es als handle es sich um eine psychologische Schwierigkeit, eine Schwierigkeit der Introspektion

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oder dergleichen. (Dies trifft für ein großes Gebiet von philosophischen Problemen zu: Denke an das Problem der genauen Wiedergabe, Beschreibung, des im Gesichtsfeld Gesehenen; an die Beschreibung der immer fließenden Erscheinung; auch daran: “wieviel Regentropfen siehst Du, wenn Du in den Regen schaust”.)
Vergleiche: “Es ist schwer diesen Tisch aus der Ferne bewegen zu wollen”.





     


     Ich sage mir: ich will versuchen ein gedrucktes deutsches Wort anzuschauen und es so zu sehen als hätte ich nicht lesen gelernt & als seien

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die schwarzen Figuren auf dem Papier sonderbare Zeichnungen deren Zweck ich mir nicht denken kann, oder nicht ahne. Da geschieht nun dies, daß ich das gedruckte Wort nicht anschauen kann ohne daß mir das Lautbild des Wortes oder der Buchstaben die ich gerade anschaue vorschwebt.











     

Das hängt mit dem Gegensatz von sagen & meinen zusammen.
     “Jeder Ausdruck kann (doch) lügen”: Aber denke doch nur was Du mit “lügen” meinst. Wie stellst Du Dir die Lüge vor? setzt Du nicht einen Ausdruck einem andern entgegen? Doch gewiß dem Ausdruck einen Vorgang, der auch Ausdruck sein könnte.




     


     Wenn wir uns fragen “welcher Personenname würde den Charakter dieses Menschen treffen” — klanglich abbilden — so steht gleichsam die Projektionsmethode, nach der wir abbilden, fest (So könnte sich etwa ein Dichter fragen welchen Namen er einer Person geben will.). Manchmal aber projizieren wir den Charakter in den gegebenen Namen. So scheint es uns, daß die großen Meister die Namen haben die einzig zu dem Charakter ihrer Werke passen.





     


     Was geschieht wenn wir lernen den Schluß einer Kirchentonart als Schluß zu empfinden?




     


     Denke an die Vielgestaltigkeit dessen was wir “Sprache” nennen. Wortsprache, Bildersprache, Gebärdensprache, Tonsprache.




     


      Die philosophischen Schwierigkeiten, etwa das Wiedererkennen betreffend, sind nicht solche die wir zwar in praxi übersehn| nicht merken, die sich aber zeigen sowie man die Phänomene| Vorgänge genauer betrachtet. Sie zeigen sich vielmehr nur, wenn wir sie durch ein vorgefaßtes Schema betrachten.






     


     (Die Darstellung der Philosophie kann nur gedichtet werden.)



     

(Philosophie dürfte man eigentlich nur dichten. Daraus muß sich, scheint mir, ergeben, wie weit mein Denken der Gegenwart, Zukunft oder der Vergangenheit angehört: Denn ich habe mich damit auch als einen bekannt, der nicht ganz kann, was er zu können wünscht.)




     


      Die Beruhigung in der Philosophie tritt ein, wenn das erlösende Wort gefunden ist.




     


     Es sollte eigentlich nicht heißen: “ja, ich erkenne es, es ist ein Gesicht” sondern: “ich erkenne es, ich sehe es als Gesicht”| sehe ein Gesicht”. (Das Wort Gesicht könnte für mich hier das bloße Ornament
bedeuten (ohne irgend eine Beziehung zum Gesicht des Menschen), wäre also auf gleicher Stufe wie irgend eine andere uns bekannte Figur, z.B. ein Hakenkreuz.) Denn die Frage ist: Was erkenne ich als was? Denn, “ein Ding als

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sich| es selbst erkennen” heißt nichts.




     

Das Gedächtnis mit einem Notizbuch verglichen: Einerseits dient dieser Vergleich als Bild dessen was bewußt vorgeht; anderseits gibt er ein psychologisches Modell. (Und das Wort “bewußt” verweist hier auf einen Abschnitt der Grammatik & ist nicht der eine Teil des psychologischen Gegensatzes “bewußt” — “unbewußt”.)




     


     Die Vorgänge des Erinnerns sind sehr mannigfach.
     “Bist Du in Deinem Zimmer gewesen?” — “Ja.” — “Bist Du sicher?” — “Ich wüßte doch wenn ich gestern nicht hier gewesen wäre!” Dabei brauche ich mich keinen Augenblick in der Erinnerung in meinem Zimmer sehen. Aber nehmen wir an ich sähe mich während ich so spräche in meinem Zimmer am Fenster stehen; wie zeigt mir das Bild daß es gestern war. Freilich, das Bild könnte das auch zeigen, wenn ich in ihm etwa einen Wandkalender mit dem gestrigen Datum sähe. Wenn das aber nicht der Fall war, wie las ich dann aus dem Erinnerungsbild oder der Erinnerung ab daß ich gestern so am Fenster stand, wie übersetzte ich das Erleb-

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nis der Erinnerung in Worte? — Aber übersetzte ich denn ein Erlebnis in Worte? Sprach ich nicht einfach die Worte aus; und zwar in bestimmtem Tonfall & dergleichen Erlebnissen der Sicherheit? War das nicht aber das Erlebnis der Erinnerung? (Das Erlebnis der Überzeugung ist von der Art des Erlebnisses des Tonfalls.) Aber was machte Dich so sicher als Du diese Worte sprachst? Nichts; ich war sicher.
     Ich kann freilich, was ich so aussprach, nun auf andere Weise — wie man sagen würde — nachprüfen. Das heißt: ich kann nun versuchen mich an spezielle Geschehnisse des gestrigen Tages zu erinnern & mir Bilder vors Auge zu rufen etc.. Aber das mußte jedenfalls nicht geschehen sein ehe ich antwortete.




     


     Wenn wir einen Vorgang aus der Erinnerung erzählen so sehen wir wohl manchmal Erinnerungsbilder vor uns; meistens aber sind sie nur in der Erinnerung verstreut wie Illustrationen in einem Märchenbuch.




     

Es sagt mir jemand: “stelle Dir auf dieser weißen Wand einen Fleck vor von der Farbe die man ‘rot’ nennt”. Ich tue es; — soll ich nun sagen ich habe mich daran erinnert welche Farbe ‘rot’ heißt. Wenn ich von diesem Tisch rede, erinnere ich mich, daß dieser Gegenstand ‘Tisch’ ge-

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nannt wird.






     


     Übrigens, denke ich denn, wenn ich die Gegenstände meiner Umgebung als wohlbekannte behandle, an diesen Vergleich. Natürlich nicht. Das tue ich erst, wenn ich den Akt des Erkennens (Wiedererkennens) nachträglich

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betrachte; & zwar nicht so sehr indem ich zu sehen trachte, was dabei tatsächlich vorgegangen ist, als indem ich es durch ein vorgefaßtes Schema betrachte. (Fluß der Zeit.) (Das Problem vom Wesen der Zeit & dem Fluß der Zeit ist diesem sehr ähnlich.)








     


      Ich nenne Regeln der Darstellung nicht Konventionen, wenn sie sich dadurch rechtfertigen lassen, daß die Darstellung, wenn sie ihnen gemäß ist, mit der Wirklichkeit übereinstimmt. So ist die Regel, “male den Himmel heller als irgend etwas, was von ihm sein Licht empfängt” keine Konvention.
     Die Regeln der Grammatik lassen sich nicht dadurch rechtfertigen, daß man zeigt, ihre Anwendung führe zu einer Übereinstimmung der Darstellung mit der Wirklichkeit. Denn diese Rechtfertigung müßte das Dargestellte selbst beschreiben.




     


      Kann aber die Rechtfertigung nicht einfach auf die Wirklichkeit zeigen?
     Inwiefern ist dieses Zeigen aber eine Rechtfertigung? Hat es denn die Multiplizität einer Rechtfertigung? Es mag freilich die Ursache (davon) sein, daß wir | Ursache sein, warum wir … diesen Satz statt jenes sagen. Aber gibt es einen Grund dafür? Nennen wir das

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“Rechtfertigung”?




     

“Sprache” das ist ein Wort wie “Tastatur”. Es gibt Maschinen die eine Tastatur enthalten. Nun könnte ich mich aus irgendwelchen Gründen für Formen von Tastaturen interessieren ( solche die im Gebrauch sind & auch andere bloß von mir ersonnene). Und eine Tastatur erfinden könnte heißen etwas erfinden was die gewünschte Wirkung hat; aber auch neue Formen ersinnen die den alten auf mannigfache Weise analog sind.




     


      “Die Regeln eines Spiels sind willkürlich” heißt: der Begriff “Spiel” ist nicht durch die Wirkungen, die das Spiel auf uns haben soll, definiert.




     

Ist die Philosophie ein Geschöpf der Wortsprache? Ist die Wortsprache eine Bedingung für die Existenz der Philosophie? Richtiger würde man fragen: Gibt es außerhalb des Gebietes unserer Wortsprachen auch etwas der Philosophie Analoges? Denn die Philosophie, (das) sind die philosophischen Probleme, d.i. die bestimmten individuellen Beunruhigungen, die wir “philosophische Probleme” nennen. Das ihnen Gemeinsame reicht soweit als| wie das Gemeinsame zwischen verschiedenen Gebieten unserer Sprache.

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     Betrachten wir nun ein bestimmtes philosophisches Problem, etwa das: “Wie ist es möglich einen Zeitraum zu messen da (doch) Vergangenheit & Zukunft nicht gegenwärtig & die Gegenwart nur ein Punkt ist” —; so ist das Charakteristische daran, daß sich hier eine Verwirrung in Form einer Frage äußert, welche| die diese Verwirrung nicht anerkennt. Daß der Frager durch eine bestimmte Änderung seiner Ausdrucksweise von seinem Problem erlöst wird.




     

Ein dem philosophischen analoges Problem, oder eine Beunruhigung, könnte etwa dadurch entstehen, daß jemand auf allen Tasten des Manuals spielte, daß das Ergebnis nicht wie Musik klänge, & daß er doch versucht wäre zu glauben| denken, es müsse Musik sein. etc..





     

Wir sagen: “der Hahn ruft die Hühner durch sein Krähen herbei”; aber liegt dem nicht schon der Vergleich mit unserer Sprache (Wortsprache) zugrunde? — Wird der Aspekt nicht ganz verändert, wenn wir uns vorstellen durch irgend eine physikalische Einwirkung ziehe das Krähen die Hühner an?
     Wenn aber gezeigt würde in welcher Weise die Worte “komm zu mir!” auf den Angesprochenen einwirken, so daß, unter gewissen Bedingungen, am Schluß gewisse Muskeln innerviert werden & er zu mir kommt, — würde damit jener Satz den Charakter des Satzes verlieren?



     

     Unsere Sprache, unsere Wortsprache, ist vor allem das was wir “Sprache nennen”, & dann Anderes nach seiner Analogie oder Vergleichbarkeit mit ihr.





     



     Mache diesen Versuch: Sage “hier ist es kalt” & meine “hier ist es warm”. Kannst Du es? — Und was tust Du dabei? Und gibt es nur eine Art das zu tun?




     


     “Der Hund meint etwas damit, wenn er mit dem Schwanz wedelt”. Wie können wir das begründen?| //Wie könnte man das begründen?//




     

Wenn wir die Achsel zucken, so sind die begleitenden psychischen Erlebnisse, | dabei die seelischen Erlebnisse, … die Meinungserlebnisse,|// was man die Meinungserlebnisse nennen könnte,// nicht wesentlich verschieden von denen beim Aussprechen eines Wortes oder Satzes: “vielleicht — ”, “ich weiß nicht”, “weiß Gott” etc. — Diese Worte können gewiß so unwillkürlich (ich meine aber nicht papageienhaft) ausgesprochen werden wie eine Geste gemacht werden kann.

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     Ad hoc “erfunden” sind natürlich meine Wörter & Gesten nicht; aber nicht alles, was nicht erfunden ist, ist von früher vereinbart.
     “Contrat social. Auch hier ist in Wirklichkeit kein Vertrag geschlossen worden; aber die Situation ist mehr oder weniger ähnlich, analog, der, in welcher wir wären, wenn …. Und sie ist vielleicht mit Nutzen unter dem Gesichtspunkt eines solchen Vertrages zu betrachten.




     

     Was heißt es, zu wissen, was eine Pflanze ist? Was heißt es, es zu wissen & es nicht sagen zu können?
     (Sokrates: “Du weißt es & kannst hellenisch reden, also mußt Du es doch sagen können.”)




     


     Hat dieses Wissen die Multiplizität eines Satzes, der nicht ausgesprochen wurde? So daß, wenn der Satz ausgesprochen würde, ich ihn als den Ausdruck meines Wissens anerkennen würde? — Ist es nicht vielmehr so, daß jede exakte Definition als Ausdruck unseres Verstehens abgelehnt werden müßte? D.h.: müßten wir nicht von so einer sagen, sie bestimme zwar einen, dem unsern verwandten Begriff, aber nicht diesen selbst? Und die Verwandtschaft sei etwa die zweier Bilder, deren eines aus unscharf begrenzten Farbflecken, das andere aus ähnlich geformten

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& verteilten, aber scharf begrenzten bestünde? Die Verwandtschaft wäre dann ebenso unleugbar, wie die Verschiedenheit.




     

Vergleiche:
1 “Wissen was eine Pflanze ist”
↺ 2 “Wissen wie man das Wort ‘Pflanze’ gebraucht”.
3 “Wissen wieviel 25 × 25 ist”| wie hoch der Stephansturm ist”
4 “Wissen wie eine Klarinette klingt”
Wenn wir uns darüber wundern daß Einer etwas wissen, & es nicht sagen kann, werden wir da nicht durch eine scheinbare Analogie mit einem Fall wie No. 3 geleitet?




     


     “Ich weiß, was eine Pflanze ist:|, was Pflanzen sind: ich kann Dir Pflanzen| welche zeigen, aufzeichnen, beschreiben.”




     


     Was nennen wir denn eine “Antwort auf die Frage: ‘was ist eine Pflanze’”. Nun etwa: “Siehst Du, das, das, & das sind Pflanzen”. Auch eine Verbaldefinition der Botanik etwa, würden wir eine Antwort nennen; aber sie wäre eine andere Antwort und nicht mit der ersten äquivalent. Sowenig, wie die Erklärung des Schrittmaßes, die etwa vor einigen hundert Jahren ein Vater seinem Sohn gegeben hat mit der: “ein Schritt = 75 cm”. Diese Antworten sind verwandt aber nicht äquivalent & die zweite ist nicht vielleicht die eigentlich richtige, die die erste ungenaue selbstver-

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ständlich ersetzt wenn wir nur einmal die richtige kennen.




     

Ich sage: “der Boden war ganz mit Blumen bedeckt”. Wollte jemand eine Erklärung dessen was ich meine so wäre etwa die gemäßeste ich könnte ihm ein gemaltes Bild eines solchen Bodens zeigen. Und ich würde ihm sagen: “siehst Du, so hat es ausgesehen”. Will ich nun, daß er verstehe, jede Blüte & jedes Gras sei genau in der Lage gewesen, wie sie auf dem Bild zu sehen sind? — Und wenn das nicht, ist es| das ein Fehler des Bildes & meine ich, daß ein anderes möglich wäre welches die genauen Lagen zeigte?




     

“Ist ein verschwommener Begriff überhaupt ein Begriff?”. Ist eine unscharfe Photographie das| ein Bild eines Menschen? Kann man ein unscharfes Bild überall| immer mit Vorteil durch ein scharfes ersetzen? Ist das unscharfe oft nicht gerade das was wir brauchen| man braucht?




     

“Was ist eine ‘exakte’ Definition im Gegensatz zu einer unexakten?” Nun etwa, eine Definition in der nicht das Wort “ungefähr”, “beiläufig”, &| oder ähnliche vorkommen.


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     Denken wir an ein anderes Beispiel: den Gebrauch des Wortes “eiförmig” oder “Osterei”. Wir würden einen Gegenstand von dieser Gestalt
nicht als Osterei gelten lassen & doch nicht sagen können bei welchem Verhältnis der Länge S & Breite etwas anfängt ein Osterei zu sein. Ja, wenn Einer nun ein solches Verhältnis angäbe, so könnten wir es nie als die richtige Begrenzung unseres Begriffes anerkennen. Sondern wir würden entweder sagen: “Nein, das nenne ich kein Osterei, es ist zu schlank (oder zu dick, etc.)” — oder: “ja, das ist ein Osterei, aber der Grenzfall ist es nicht gerade”. Diesen gibt es eben nicht in unserem Kalkül & wer einen Grenzfall einführte, führte einen neuen Kalkül ein.




     

Beim| Fürs Preisschießen gibt es Statuten, welche bestimmen wie die Preise nach der Lage der Schüsse auf der Scheibe zu verteilen sind. Muß es nun für alle denkbaren| vorstellbaren Grenzfälle Regeln geben. Würde man sagen, die Preisverteilung gelte nicht, weil für diesen Fall in den Regeln nicht vorgesehen | //vorgesorgt// war; selbst wenn dieser Fall beim Preisschießen gar nicht eingetreten ist.




     

     Wenn man sagt “Moses hat nicht existiert, so kann das verschiedenerlei bedeuten. Es kann heißen: die Israeliten haben nicht einen

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Führer gehabt als sie von| aus Ägypten ausgezogen sind — oder: ihr Führer hat nicht “Moses” geheißen — oder: es hat keinen Menschen gegeben der alles das vollbracht hat, was die Bibel von Moses erzählt. etc., etc.. — Russell würde sagen, daß der Name “Moses” durch verschiedene Beschreibungen definiert werden| sein kann. Z.B.: “der Mann welcher zu dieser Zeit & an diesem Ort lebte & damals ‘Moses’ genannt wurde”, “der Mann, welcher die Israeliten durch die Wüste führte”, “der Mann, welcher als Kind von der Tochter des Pharao| Pharaos aus dem Nil gefischt| gezogen wurde” etc.. Und je nachdem wir die eine oder andere Definition annehmen bekommt der Satz “Moses hat existiert” einen andern Sinn & ebenso jeder andere Satz der von Moses handelt.
     Man wird auch, wenn uns jemand sagt “ N existiert nicht”, fragen: “Was meinst Du? willst Du sagen, daß …, oder daß …, etc.?”
     Wenn ich nun z.B. sage| Oder wenn ich sage “ N ist gestorben”, so kann es mit dem Gebrauch| der Bedeutung des Namens ‘ N’ etwa diese Bewandtnis haben: Ich glaube, daß ein Mensch gelebt hat, den ich 1.) dort & dort gesehen habe, der 2.) so & so ausschaut, 3.) das & das getan hat & 4.) in der bürgerlichen Welt den Namen ‘ N’ führt. Gefragt, was ich unter ‘ N’ verstehe, würde ich Alles das, oder Einiges davon, & bei verschiedenen Gelegenheiten Verschiedenes aufzählen. —

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Meine Definition von ‘ N’ wäre also etwa: “der Mann, von dem alles das stimmt”. Wenn aber etwas davon sich als falsch erwiese, — werde ich nun den Satz “ N ist gestorben” für falsch erklären auch wenn sich nur etwas mir ganz Nebensächliches, was ich in die Erklärung des Namens ‘ N’ hineingenommen habe, als falsch herausstellt. Ich werde dann meistens ohne weiteres bereit| wohl bereit … sein die Definition etwas abzuändern.
     Das kann man nun so ausdrücken, daß ich den Namen ‘ N’ ohne eine feste Bedeutung gebrauche. (Was seinem Gebrauch so wenig Eintrag tut wie einer Brücke, daß sie kein absolut starrer Körper ist.) Heißt das nun daß ich nicht ein Wort gebrauche dessen Bedeutung ich kenne| Soll man nun sagen das heiße, daß ich ein Wort gebrauche dessen Bedeutung ich nicht kenne, daß also, was ich sage Unsinn ist?




     

     Und hier erinnere ich mich daran, daß Ramsey einmal betont hat, die Logik sei eine “normative Wissenschaft”. Die genaue Idee, welche ihm dabei vorgeschwebt hat, kann ich nicht sagen.| //Ich weiß nicht die genaue Idee, welche ihm dabei vorgeschwebt hat.// Sie war aber zweifellos eng verwandt mit der, welche mir erst später klar wurde, daß wir nämlich in der Philosophie den Gebrauch der Worte mit Spielen nach niedergelegten Regeln | Kalkülen nach festen Regeln vergleichen, aber nicht sagen können, wer die Sprache gebrauche,

müsse irgend einen Kalkül nach festen Regeln betreiben. — Sagt man nun aber, daß unser Sprachgebrauch sich solchen Kalkülen nur nähert, so stehen wir| steht man damit unmittelbar am Rande einer Reihe von Konfusionen.
     Denn nun kann es scheinen, als redeten wir in der Logik von einer idealen Sprache. Als wäre unsre Logik gleichsam eine Logik für den luftleeren Raum. Während die Logik doch nicht von einer Sprache redet (wie die Physik von einer Naturerscheinung), & man also höchstens sagen kann, wir konstruierten ideale Sprachen. Aber hier ist wieder das Wort “ideal” irreführend, denn es scheint nun als wären diese Sprachen besser, vollkommener, als die Umgangssprache & als brauchte es also den Logiker damit der den Menschen endlich zeige, wie sie einen richtigen Satz sprechen sollen.| wie ein richtiger Satz ausschaut.



     

Unsere Untersuchung trachtet nicht die eigentliche, exakte Bedeutung der Wörter zu finden; wohl aber geben wir den Wörtern im Verlauf unsrer Untersuchung oft exakte Bedeutungen.




     

Denn was soll ich die ‘Regel’ nennen, ‘nach der er vorgeht’? Die Hypothese, welche seine Spielhandlungen, soweit ich sie kenne, zufriedenstellend beschreibt, — oder die

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Regel, die er beim Spielen nachschlägt, — oder die Regel die er mir, wenn ich ihn nach seiner Regel frage, zur Antwort gibt. Wie aber, wenn die Beobachtung des Spiels keine klare Regel zeigt| //erkennen läßt//|, wenn man aus der Beobachtung des Spiels keine klare Regel entnimmt & die Frage keine zu Tage fördert? Denn er gab mir zwar auf meine Frage, was er unter ‘ N’ verstehe, eine Erklärung, war aber bereit diese Erklärung zu widerrufen & abzuändern. Wie soll ich also die Regel bestimmen, nach der er spielt? er weiß sie selbst nicht. Oder richtiger: Was soll der Ausdruck “Regel nach welcher er spielt” hier noch besagen?




     

Wir können uns doch sehr wohl vorstellen, daß sich Menschen auf einer Wiese damit unterhielten, mit einem Ball zu spielen & zwar so, daß sie verschiedene geregelte Spiele anfingen, manche davon nicht beendeten, dazwischen den Ball planlos in die Höhe würfen & auffingen, dann wieder versuchten, wie hoch sie den Ball werfen können oder einander mit dem Ball im Scherz bewerfen etc.. Und nun sagte Einer: die ganze Zeit hindurch spielen die Leute ein Ballspiel & richten sich daher bei jedem Wurf nach bestimmten Regeln. Und wäre es anderseits richtig zu sagen: “sie spielen also nicht mit dem Ball.”?




     

Welches ist die Bedeutung eines Wortes wenn der Redende sie nicht angeben kann? Nun, wir

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werden vielleicht sein (tatsächliches) Verhalten als ein Schwanken zwischen mehreren verwandten Bedeutungen beschreiben können. Ich frage ihn: “was hast Du eigentlich gemeint?” — und als Antwort wird er mir Verschiedenes angeben & sich vielleicht an mich wenden, daß ich ihm ein Regelverzeichnis einrichte, das seinem Zweck entspricht. — Es wird sich dann in unserm Gespräch oft die Redensart finden: “Du wolltest also eigentlich sagen …”. Und diese kann leicht ganz mißverstanden werden: sie muß nämlich keine Beschreibung eines Vorgangs sein der darin besteht daß man das eine sagt während man das andere sagen will; als wäre, was man “eigentlich sagen wollte” damals schon irgendwie, wenn auch nicht in lauten Worten, ausgedrückt gewesen.





     

(Eine der irreführendsten Redeweisen ist die Frage “was meine ich damit?” — Man könnte in den meisten Fällen darauf antworten: “Gar nichts — ich sage …”)





     

[Ich glaube, dieser Satz, oder ein ähnlicher gehört zu einer Untersuchung was er <…> Frage des augenblicklichen Verstehens etc.]
gehört zu: “Was ist ein Satz? Was ist ein Wort? Unsere alltäglichen Begriffe “Satz”, “Wort” etc. sind viel zu wüst, zu ungeklärt. Sollte man nicht von den Sinnesdaten der Sätze etc. reden?
Hier ist es schwer gleichsam den Kopf oben zu behalten, — zu sehen, daß wir bei den Dingen des alltäglichen Denkens bleiben müssen & nicht auf den Abweg zu geraten, wo es scheint, als müßten wir letzte| //die letzten// Feinheiten beschreiben, die wir doch wieder mit unsern Mitteln gar nicht beschreiben könnten. Es ist uns, als sollten wir ein zerstörtes Spinnennetz mit unsern Fingern zurecht richten| in Ordnung bringen.| //wieder richten.//| //wieder in Ordnung bringen.//

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{Diese Bemerkung bezieht sich auf den Fall, wenn wir scheinbar von den Dingen des Alltags zu immer schwerer faßbaren hinabsteigen & in den brauenden Nebeln zu ertrinken drohen.}



     

     Was versteht man unter “allen Regeln des Tennisspiels”? Alle Regeln die in einem bestimmten Buche stehn, oder alle, die der Spieler im Kopf hat, oder alle, die je ausgesprochen wurden, oder gar, alle, die sich angeben lassen? — Daher wollen wir lieber nicht so vag von ‘allen Regeln’ reden, sondern nur von bestimmten Regeln, oder allen Regeln eines Verzeichnisses; und dergleichen. Und das Gleiche gilt von den Regeln über die Verwendung eines Wortes.




     

     Es ist nicht unsere Aufgabe, unsere Sprache| die Wortsprache zu verbessern, exakter zu machen, oder gar (zu versuchen,) an ihre Stelle eine ‘ideal exakte’ zu setzen. Wir haben von einer solchen gar keinen Begriff. Damit sage ich nicht, daß wir für unsere Zwecke nicht auf präziseren Ausdruck dringen, als| dringen müssen als … den üblichen| gebräuchlichen.




     

     Die Verkehrsregelung in den Straßen erlaubt & verbietet gewisse Handlungen (der Fahrer & Fußgänger); aber sie versucht nicht ihre sämtlichen Bewegungen durch Vorschriften zu regeln| //durch Regeln zu leiten//. Und es wäre unsinnig von einer idealen Verkehrsordnung zu reden, die das täte; wir wüßten nicht, wie wir uns dieses Ideal zu denken hätten |//; wir wüßten nicht, was wir uns unter diesem Ideal zu denken hätten//. Wünscht Einer die Verkehrsordnung in irgendwelchen Punkten

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strenger zu gestalten, so bedeutet das nicht, er wünsche sich so einem Ideal zu nähern| sie so einem Ideal anzunähern.




     

     Wir verstehen was es heißt: eine Taschenuhr wird auf die genaue Stunde gestellt, — oder: sie wird gerichtet daß sie genau geht.
     Wie aber wenn man fragte: ist diese Genauigkeit eine ideale Genauigkeit, oder, wie weit nähert sie sich ihr?|, wie nahe kommt sie ihr? — Wir können freilich von Zeitmessungen reden, bei welchen es eine andere &, in einem gewissen Sinne, größere Genauigkeit gibt als bei der Zeitmessung mit der Taschenuhr. Wo die Worte “die Uhr auf die genaue Stunde stellen” eine andere (wenn auch verwandte) Bedeutung haben, & die Uhr ablesen ein anderer Prozeß ist, etc.. Wenn ich nun jemandem sage: “Du solltest pünktlicher zum Essen kommen, Du weißt daß es genau um 1 Uhr anfängt”, — wird man sagen, daß die Genauigkeit, von der hier die Rede ist, hinter der idealen, zurücksteht, der sich die Zeitmessung im Laboratorium nähert? Gibt es ein Ideal der Genauigkeit?




     

     Gibt es ein komplettes Regelverzeichnis für die Verwendung eines Wortes? Wie hat man sich das vorzustellen?
     Gibt es ein komplettes Regelverzeichnis für die Verwendung einer Figur im Schachspiel? Könnten wir uns nicht Zweifel konstruieren die das normale Regelverzeichnis nicht beseitigt| //nicht zweifelhafte Fälle| Zweifelsfälle konstruieren in denen das| die das normale Regelverzeichnis nicht entscheidet//? Fragen wir etwa:| Denke etwa an so eine Frage: wie ist es festzustel-

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len wer zuletzt gezogen hat, wenn die Zuverlässigkeit des Gedächtnisses der Spieler angezweifelt wird. Macht aber die Möglichkeit eines solchen Zweifels das Schachspiel zu einem nicht ganz idealen Spiel? und welchen Begriff haben wir von diesem Ideal?
     Es scheint da als wäre alles was wir ‘Ideal’ nennen nur ein angenähertes Ideal gegen das ideale Ideal.




     

Man kann fragen: Wenn wir nicht eine ideale Exaktheit im Gegensatz zu der alltäglichen anstreben, wozu arbeiten wir an der Grammatik unserer Sprache überhaupt herum? Und die Antwort ist: Wir wollen Verwirrungen & Beunruhigungen beseitigen die aus der Schwierigkeit entspringen, das System unsrer Ausdrucksweise zu übersehen. Wir werden dazu Unterscheidungen hervorheben, die in den Formen unserer Sprache| unserer gewöhnlichen Notation nur einen schwachen, schwer sichtbaren Ausdruck finden.
     Dadurch kann es allerdings den Anschein haben als setzten wir uns vor die Sprache zu reformieren.




     

So eine Reform für bestimmte praktische Zwecke, die Verbesserung unserer Terminologie zur Vermeidung von Mißverständnissen [kein Beistrich] ist wohl denkbar.

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(Wenn zwei Mitglieder einer Familie ‘Paul’ heißen, so ist es oft zweckmäßig, den einen von ihnen bei einem andern Namen zu nennen.) Aber das sind nicht die Fälle, mit denen wir es zu tun haben. Die Konfusionen die uns beschäftigen entstehen, gleichsam, wenn die Sprache feiert, nicht wenn sie arbeitet. (Man könnte sagen: “wenn sie leerläuft”.)




     

Wir wollen nicht das Regelsystem in unerhörter Weise verfeinern oder komplettieren.| vervollständigen.



     

Nehmen wir an, es fragt mich jemand (wie oben): “was verstehst Du unter ‘Moses’?”
     Ich erkläre nun: “unter ‘Moses’ verstehe ich den Mann, wenn es einen solchen gegeben hat, der die Israeliten aus Ägypten geführt hat, wie immer er damals genannt worden sein mag & was immer er sonst getan oder nicht getan haben mag”. Aber über die Worte dieser| über den Gebrauch der Worte dieser … Erklärung sind ganz analoge| ähnliche Zweifel möglich wie über den Namen| den Gebrauch des Namens “Moses”. (Was nennst Du “Ägypten”; wen, “die Israeliten”? etc..) Ja diese Fragen kommen auch nicht zu einem Ende, wenn wir etwa bei Wörtern, wie “rot”, “dunkel”, “süß”, angelangt wären. “Aber wie hilft mir dann eine Erklärung zum Verständnis, wenn sie doch nicht die letzte ist? Ich verstehe also noch immer nicht, & nie, was er meint.” “Verständnis” nenne ich aber gerade, was mir eine Erklärung gibt. Als ich nach einer Erklärung fragte,

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war es das, was ich brauchte. Die Antwort hat| fragte ich gerade nach einer solchen Antwort. Sie hat … die Schwierigkeit beseitigt, die ich hatte.




     


      Ist der Begriff ‘rot’ undefinierbar? “Undefinierbar”, darunter stellt man sich etwas vor wie unanalysierbar; & zwar so, als wäre hier ein Gegenstand unanalysierbar (wie ein chemisches Element). Dann wäre die Logik also doch eine Art sehr allgemeiner Naturwissenschaft. — Aber die Unmöglichkeit der Analyse entspricht einer von uns angenommenen Weise| Art & Weise der Darstellung.




     


     Wir könnten fragen: Wie denn, ‘undefinierbar’! Könnten| Können wir denn versuchen es zu definieren? Und wie?—
     




     

     Es ist von der größten Bedeutung, daß wir uns zu einem Kalkül der Logik immer ein Beispiel denken, auf welches der Kalkül eine Anwendung findet, & daß wir nicht Beispiele geben & sagen, sie seien eigentlich nicht die idealen, diese aber hätten wir noch nicht. Das ist das Zeichen einer falschen Auffassung. (Russell & ich haben, in verschiedener Weise an ihr laboriert. Vergleiche was ich in der “ Logisch-philosophischen Abhandlung” über Elementarsätze

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& Gegenstände sage.) Kann ich den Kalkül überhaupt verwenden, dann ist dies auch die ideale Verwendung, & die Verwendung um die es sich handelt. Einerseits will man nämlich das Beispiel nicht als das eigentliche anerkennen, weil man in ihm eine Mannigfaltigkeit sieht, der der Kalkül nicht Rechnung trägt. Anderseits ist es doch das Urbild des Kalküls & er davon hergenommen, & auf eine geträumte Anwendung kann man nicht warten. Man muß sich also eingestehen, welches das eigentliche Urbild| Vorbild des Kalküls ist.
     Nicht aber, als habe man damit einen Fehler begangen, den Kalkül von daher genommen zu haben; sondern der Fehler|. Der Fehler … liegt darin, dem Kalkül seine wirkliche| eigentliche Anwendung jetzt nicht zuzugestehen & sie|, sondern sie für eine nebulose Ferne| einen idealen Fall zu versprechen.




     

     Denken wir Spengler sagte: “Ich vergleiche verschiedene Kulturperioden dem Leben von Familien; innerhalb einer Familie gibt es eine Familienähnlichkeit, während es auch zwischen Mitgliedern verschiedener Familien Ähnlichkeiten gibt; die Familienähnlichkeit unterscheidet sich von der andern so & so. etc..” Das Vergleichsobjekt| Vorbild, der Gegenstand, von welchem eine| diese Betrachtungsweise abgezogen ist, soll uns angegeben werden, damit die Betrachtung nicht ungerecht wird. Denn nun wird alles was vom Vorbild gilt auch vom Gegenstand unserer

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Betrachtung behauptet; & behauptet: es müsse immer …. Das ist der Ursprung einer Art von Dogmatismus. Man vergißt die Stellung des Urbilds in der Betrachtung: Es ist die Maßeinheit mittels| mit der wir das Betrachtete messen. Der Dogmatismus aber behauptet, daß jeder gemessene Gegenstand genau eine ganze Zahl von Maßeinheiten lang sein muß. Es ist allerdings wahr, daß die| eine Maßeinheit für einen Zweck gut gewählt war, wenn sie viele der Längen, die wir messen wollen, in ganzen Zahlen ausdrückt.




     


     Regel & Erfahrungssatz. Ist eine Regel ein Erfahrungssatz — etwa über den Gebrauch der Sprache? Ist eine Regel des Schachspiels ein Satz darüber,| der sagt, wie die Menschen seit dem Ereignis der Erfindung des Schachspiels es gespielt haben; d.h. etwa mit den Schachfiguren gezogen haben. Denn wenn davon die Rede ist daß die Menschen das Schachspiel so gespielt haben so muß “Schachspiel” so definiert sein, daß es Sinn hat davon auszusagen es sei einmal anders gespielt worden. (Es ist etwa durch seine historische| mit Hilfe seiner historischen Kontinuität definiert.) Sonst nämlich gehören die Regeln zur Definition des Schachspiels. Daß jemand dieser Regel gemäß spielt, das ist eine Erfahrungstatsache; oder: “A spielt dieser

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Regel gemäß”, “die meisten Menschen spielen nach dieser Regel”, “niemand spielt nach dieser Regel” sind Erfahrungssätze. Die Regel ist kein Erfahrungssatz; sie ist in unsern Beispielen ein Teil solcher Sätze.




     

Wenn die Definition des Meters die Länge des Pariser Urmeters ist, so sagt der Satz “dieses Zimmer ist 4 m lang” dasselbe wie: “dieses Zimmer ist 4 m lang & 1 m = die Länge des Pariser Urmeters”.
     Die Legende zu| auf einer Landkarte ist ein Verzeichnis von Regeln, die der Beschreibung des Landes beigefügt sind.|, welche der| einer geographischen Beschreibung beigefügt sind. Sie sagen nichts über die Geographie des Landes aus; sowenig wie die Erklärung “1 m ist die Länge des Pariser Urmeters die Länge eines Gegenstandes angibt.
     Wenn man die Regel dem beschreibenden Satze beifügt so ändert sich der Sinn des Satzes nicht.




     

Ich könnte auch sagen: Ich will nur das mitteilen, was der Satz der Sprache mitteilt; & die Regel ist nichts als ein Hilfsmittel dieser Mitteilung. Wenn die Regel dem Satz beigefügt wird, fügt sie seiner Mitteilung nichts hinzu. Sie ist (also) keine Mitteilung über den Sprachgebrauch.





     

Man könnte die Regel| Regeln die Beschreibung eines Spiels nennen, oder die Vorschrift, die sagt| befiehlt, wie man es spielen soll. Aber merken wir wohl: die Regeln sagen nicht daß & wie eine Partie dieses Spiels je gespielt wurde , auch befohlen sie niemandem, so zu spielen. Sie beschreiben nicht ein Spiel, sondern sie definieren eines.




     

Die Beschreibung einer Notation fängt charakteristischerweise oft mit den Worten an: “Wir können auch so schreiben: …”. Man könnte fragen: Was ist das für eine Mitteilung: “wir können …”?






     

     “Das ist bereits alles, was sich darüber sagen läßt.” — “non non p” als Verneinung des verneinten Satzes auffassen, das ist etwa: eine Erklärung der Art “non non p = non (non p)” zu geben.
     “Wenn ‘ne’ eine Verneinung ist, so muß ne ne p’, wenn es nur richtig aufgefaßt wird gleich p sein.”
     “Wenn man ‘ne ne p’ als Negation von p nimmt, muß man die Verdoppelung anders auffassen.”
     Man möchte sagen, “‘Verdoppelung’

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heißt dann etwas anderes, darum ergibt sie jetzt eine Verneinung”, also: daß sie jetzt eine Verneinung ergibt, ist die Folge ihrer anderen Bedeutung| ihres anderen Wesens. “Ich meine sie jetzt als Verstärkung”, würde man sagen. Wir setzen statt der Meinung den Ausdruck der Meinung.












     

     Unsere Schwierigkeiten können gelöst werden; & sie brauchen zu ihrer Lösung nicht neue & feine Entdeckungen, tiefer dringende Analysen & dergleichen, sondern eine Zusammenstellung der richtigen Beispiele. (Das erlösende Wort.)




     

Wenn man sagt “ne ne p” könnte auch als aufgehobene Verneinung gebraucht werden, so soll das doch wohl heißen, daß der Kalkül mit der Regel ne ne p = p sich ganz in einen mit der Regel ne ne p = ne p übersetzen läßt.



     

Hat nun “ne” dieselbe Bedeutung wie “non”? — Kann ich “ne” statt “non” setzen? — “Nun, an

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gewissen Stellen ja| wohl, an andern nicht.” — Aber danach fragte ich nicht. Meine Frage war: kann man, ohne weitere Qualifikation ne statt non gebrauchen? — Nein.




     

“‘ne’ & ‘non’ heißen in diesem Fall genau dasselbe.” — Und zwar, was? “Nun, man solle das & das nicht tun.” Aber damit hast Du nur gesagt, daß in diesem Fall ne p = non p ist & das leugnen wir (ja) nicht.
     Wenn Du erklärst ne ne p = ne p, non non p = p, so gebrauchst Du die beiden Wörter eben in verschiedener Weise; & hält man dann an der Auffassung fest, daß, was sie in gewissen Kombinationen ergeben von ihrer Bedeutung ‘abhängt’, der Bedeutung, die sie mit sich herumtragen, dann muß man also sagen, sie müssen verschiedene Bedeutungen haben, wenn sie, auf gleiche Weise zusammengesetzt verschiedene Resultate ergeben können. | D.h., man muß dann sagen: ne ne p kann nicht etwas Anderes ergeben als non non p wenn die Bedeutungen von “ne” & “non” wirklich dieselben sind. Und wir drücken das nur anders aus.














     


     Man sagt: der Gebrauch des gleichen Wortes ist hier unwesentlich, weil die Gleichheit keine Übergänge überbrückt.|//, weil die Gleichheit der Wortgestalt hier nicht dazu dient, einen Übergang zu vermitteln.| eine Brücke zu einem Übergang ist.// Aber damit beschreibt man nur den Charakter des Spiels, welches man spielen will.




     

Eine der Versuchungen, der wir beim Philosophieren widerstehen müssen, ist die, zu glauben| denken, wir müßten unsere Begriffe exakter machen, als sie nach dem gegenwärtigen Stand unserer Einsicht sind. Dieser Abweg führt in eine Art mathematischer Philosophie, welche glaubt, mathematische Probleme lösen zu müssen, damit wir zur philosophischen Klarheit kommen. (Ramsey.) Wir brauchen nur eine richtige Beschreibung der gegenwärtigen Lage.




     


     Sage mir, was Du mit einem Satz anfängst, wie Du ihn verifizierst, etc., & ich werde ihn verstehen?



     


     Die Frage “wie kann man das wissen” fragt nach einem grammatischen| logischen Zusammenhang, wenn “kann” die logische Möglichkeit bedeutet.



     


     “Was ist ein Sessel?”
     “Wie sieht ein Sessel aus?” Sind das etwa voneinander unabhängige Fragen?
     Wie haben wir denn die Bedeutung des Wortes

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“Sessel” gelernt? Wie wurde sie uns denn erklärt?







     


     Nicht darum handelt es sich hier, daß unsere Sinneseindrücke uns belügen können, sondern, daß wir ihre Sprache verstehen. (Und diese Sprache beruht, wie jede andere, auf Übereinkunft.)






     

“Welches ist die ‘wirkliche Lage’ des Körpers, den ich unter Wasser sehe, was, die ‘wirkliche Farbe’ des Tisches?” Welches| Welche nennst Du “die wirkliche Lage”? Du selbst kannst es entscheiden. — Wie findet man die wirkliche Lage; was willst Du als Methode der Bestimmung der wirklichen Lage gelten lassen| anerkennen?
     Die Frage nach der Verifikation ist eine Frage nach der Methode. (Methodologie.)




     


     “Es wird niemals Menschen mit zwei Köpfen geben.” Ein solcher Satz scheint irgendwie ins Unendliche, Unverifizierbare zu reichen & sein Sinn von jeder Verifikation unabhängig zu sein. Aber wenn wir seinen Sinn erforschen wollen, so meldet sich, ganz richtig, die Frage: Können wir die Wahrheit eines solchen Satzes je wissen, & wie können wir sie wissen; & welche Gründe können wir haben, was der Satz sagt anzunehmen, oder abzulehnen? — Nun sagt man vielleicht: es ist ja nach dem Sinn gefragt worden, & nicht danach, ob, & wie man ihn wissen kann. Aber die Antwort auf die Frage “wie kann

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man diesen Satz wissen?” ist nicht eine psychologische, //sondern sie erklärt seinen logischen, quasi rechnerischen, Zusammenhang mit andern Sätzen//. Und die möglichen Gründe den Satz anzunehmen sind nicht persönliche Angelegenheiten, sondern Teile des Kalküls.
     Wenn ich frage: wie kann man den Satz “jemand ist im Nebenzimmer” verifizieren, oder: wie kann man herausfinden, daß jemand im Nebenzimmer ist, — so ist etwa eine Antwort: “indem man ins Nebenzimmer geht & nachsieht”. Wenn nun gefragt wird: “wie kann man ins Nebenzimmer kommen, wenn die Tür versperrt ist”, so bedeutet das “kann” hier die physische Möglichkeit, nicht, wie in der ersten| vorigen Frage, die logische.





     


     Der Instinkt führt uns richtig, der zur Frage führt: wie kann man so etwas wissen; was für einen Grund können wir haben, das anzunehmen; aus welchen Erfahrungen würden wir so einen Satz ableiten; etc..

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Wenn man nun fragt: hat es Sinn zu sagen “es wird nie das & das geben”? — Nun, welche Evidenz gibt es dafür; & was folgt daraus? — Denn, wenn es keine Evidenz gibt — nicht, daß wir noch nicht im Stande waren sie zu erhalten, sondern daß keine im Kalkül vorgesehen wurde —, dann ist damit der Charakter dieses Satzes bestimmt. So wie das Wesen einer Zahlenart dadurch bestimmt ist daß wir sagen, diese Zahlen seien mit Rationalzahlen| rationalen Zahlen unvergleichbar.

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“Das & das wird nie geschehen” — man glaubt durch diesen Satz in die unendliche Zukunft zu reichen. Quasi, zum mindesten eine Eisenbahn| Wenigstens eine Eisenbahn … dorthin gelegt zu haben, wenn wir auch noch nicht die ganze Strecke bereist haben.
     Es liegt da die Idee| Dem liegt die Idee … zu Grunde, daß das Wort “nie” die Unendlichkeit bereits mitbringe, da das eben seine Bedeutung ist.
     Es kommt darauf an: Was kann ich mit diesem| so einem Satz anfangen? Denn auf die Frage, “was sagt er?” kommt ja wieder ein| kommt wieder ein … Satz zur Antwort, & der führt mich so lange nicht weiter, als ich aus der Erklärung nichts über die Züge erfahre| & der führt mich nicht weiter, ehe ich nicht etwas über die Züge erfahre…, die ich mit den Figuren machen darf. (Als ich| Solange ich … sozusagen nur immer wieder die gleiche Spielstellung vor mir sehe & keine andern, die ich aus ihr bilden kann.) So höre ich, z.B., daß keine Erfahrung den Satz beweisen kann, & das beruhigt mich über seine unendliche Bedeutung.




     

Aus keiner Evidenz geht hervor, daß dieser Satz wahr ist. Ja, aber ich kann doch glauben, daß das der Fall ist, was er sagt!| daß es sich so verhält, wie er sagt! Aber was heißt (das): “glauben, daß es sich so verhält”? Reicht (etwa) dieser Glaube in die Unendlichkeit; fliegt er der Verifikation voran? — Was heißt es, das glauben: diesen Satz mit

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bestimmten Empfindungen sagen? in der & der Weise handeln? — Und diese Handlungen interessieren uns nur, sofern sie zeigen, wie wir den Satz im Kalkül verwenden.| gebrauchen.




     


     Jemand fragt mich: “warum hältst Du Deine Wange?” — ich antworte: “Zahnschmerzen”. Das heißt offenbar dasselbe wie “ich habe Zahnschmerzen”; aber weder stelle ich mir die fehlenden Worte im Geiste vor, noch| ergänze ich die fehlenden Worte im Geiste, noch … gehen sie mir im Sinn ab. “Daher ist es auch möglich, daß ich den Satz “ich habe Zahnschmerzen” so meine, als sagte ich nur das letzte Wort; oder, als wäre der ganze Satz| das ganze Satzzeichen nur ein Wort.”
     (Man sagt, ‘Hut & Stock!’ heiße eigentlich: ‘gib mir den Hut & den Stock!’.)




     

     Denken wir an die folgende Verwendung der Sprache: Ich schicke jemand einkaufen. Ich gebe ihm einen Zettel auf diesem stehen die Zeichen “drei rote Äpfel”. Er trägt den Zettel zum Kaufmann; der öffnet die Lade, auf welcher das Zeichen “Äpfel” steht; dann schlägt er in einer Tabelle das Wort “rot” nach & findet ihm gegenüber ein färbiges Täfelchen; nun sagt er die Reihe der Grundzahlwörter ich nehme an er kann| weiß sie auswendig, bis zum Wort “drei” & bei jedem Zahlwort| Wort nimmt er einen Apfel aus der Lade der die Farbe des Täfelchens hat. So &

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ähnlich operiert man mit Worten. “Wie weiß er aber, wo & wie er das Wort “rot” nachschlagen soll & was er mit dem Wort “drei” anzufangen hat?” Nun, ich nehme eben an, er handelt, wie ich es beschrieben habe. Die Erklärungen haben irgendwo ein Ende. — Was ist aber die Bedeutung des Wortes “drei”? — Von einer solchen war hier gar nicht die Rede; nur davon, wie das Wort “drei” gebraucht wird!




     

     Das Wort “Bedeutung” hat, wenn es systematisch verwendet wird, einen gefährlichen Beigeschmack des Okkulten. Darum ist es gut, wenn wir die Erscheinungen der Sprache an primitiven Verwendungsarten der Sprache studieren. An Formen & Verwendungen der Sprache wie sie das Kind gebraucht wenn es anfängt zu sprechen.
     Das Lehren der Sprache ist hier kein Erklären sondern ein Abrichten.




     

     Denken wir uns etwa folgendes Sprachspiel: Man spricht zu einem Kind indem man das elektrische Licht im Zimmer andreht: “Licht”, dann, indem man es abdreht: “Finster”; man tut das mehrere Male variiert die Zeitlängen & spricht mit eindringlichem Tonfall, begleitet die Worte etwa auch mit Gesten. Dann dreht man etwa im Nebenzimmer das Licht an oder| & ab & bringt das Kind dazu, daß es uns mitteilt:

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“Licht”, oder “Finster”.
     Soll ich nun “Licht” & “Finster” Sätze nennen? Nun, wie ich will. — Und wie ist es mit der ‘Übereinstimmung mit der Wirklichkeit?




     

     Wenn ich bestimmte einfache Sprachspiele beschreibe, so geschieht es nicht, um mit ihnen| von ihnen aus nach & nach die wirklichen Vorgänge der ausgebildeten Sprache zu beschreiben, was nur zu Ungerechtigkeiten führen würde. (Nicod & Russell.) Vielmehr lassen wir die Sprachspiele als das stehn, was sie sind. Sie sollen bloß ihre aufklärende Wirkung auf unsere Probleme ausstrahlen.




     

Man könnte nun einwenden: “Die Worte ‘Licht’ & ‘Finster’ sind hier als Sätze gemeint & nicht einfach als Wörter”. Das heißt, sie sind hier nicht so gebraucht, wie wir sie in der gewöhnlichen Sprache gebrauchen (obwohl wir tatsächlich auch oft so sprechen.)
     Wenn jemand plötzlich ohne sichtbaren Anlaß das Wort “Licht” ausspricht & nichts dazusetzt, so wird man allerdings fragen: “warum sagst Du ‘Licht’, was soll's damit?” oder: “was meinst Du mit ‘Licht’? ‘Licht’ ist doch kein Satz!”. Aber ebenso unverständlich wäre es uns, wenn er einen vollständigen Satz ohne jeden Anlaß & Zusammenhang ausgesprochen hätte etwa “da kommt er” oder “der Himmel ist

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blau”. Und anderseits würden wir es so gut wie jeden Satz verstehen, wenn Einer, der im Finstern etwas sucht, einem Andern zuriefe: “Licht!”.
Das Aussprechen des Wortes “Licht” war, im obigen Fall, noch kein kompletter| vollständiger Zug des Spieles, auf das wir gefaßt waren.



     


     Reden wir| Aber reden wir … doch nicht vom Meinen als einem unbestimmten & nicht verstandenen Vorgang, sondern vom wirklichen, ‘praktischen’, Gebrauch des Wortes, von den Handlungen, die wir mit ihm ausführen.
     Reden wir vom Meinen nur, wenn es ein Teil des Sprachkalküls ist (etwa der Teil, der aus Vorstellungsbildern besteht). Und dann brauchen wir eigentlich das Wort “meinen” nicht, denn das scheint immer anzudeuten, daß es sich um Vorgänge handelt, die der Sprache nicht angehören, sondern ihr gegenüberstehn; & daß es Vorgänge von wesentlich anderer Natur sind als der sprachlichen.





     

Wie unterscheidet sich aber “Licht”, wenn es den Wunsch nach Licht ausdrückt, von “Licht”, wenn es konstatiert| mitteilt daß es im Zimmer licht ist? Vielleicht dadurch, daß wir es in anderem Ton aussprechen, — mit anderer Empfindung (Meinung als Begleitung). Oder es kommt bloß in einem andern Spielzusammenhang vor. Denken wir, man fragte: “Wie unterscheidet sich ein Zug im Damespiel von der gleichen Bewegung eines Steins im Schlagdamespiel?”
      Der Unterschied kann sein, daß er das

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eine Mal auf die Frage “was meinst Du” antwortet: “ich meine Du sollst Licht machen”, das andre Mal “ich meine, es ist licht”|, es ist das Licht angezündet”.




     


     Wenn ein Mann im Ertrinken “Hilfe!” schreit, — konstatiert er die Tatsache, daß er Hilfe bedarf? daß er ohne Hilfe ertrinken werde?
     Dagegen gibt es den Fall, in dem man, quasi sich beobachtend, sagt: “ich habe jetzt den Wunsch nach …”.




     


      Wenn das Meinen für uns irgend eine Bedeutung, Wichtigkeit, haben soll, so muß dem System der Sätze ein System der Meinungen zugeordnet sein, was immer für Vorgänge die Meinungen sein mögen.




     


     Inwiefern stimmt nun das Wort “Licht” im Sprachspiel mit einer Wirklichkeit überein, oder nicht überein?
     Wie gebrauchen wir das Wort “übereinstimmen”? — Wir sagen “die beiden Uhren stimmen überein”, wenn sie die gleiche Zeit zeigen; “die beiden Maßstäbe stimmen überein”, wenn gewisse Teilstriche zusammenfallen (übereinstimmen); ein Plan stimmt| stimme mit einer Gegend überein. Wir sagen, “die beiden Längen stimmen überein”, wenn sie gleich sind; aber auch, wenn sie in einem andern, von uns festgelegten, Verhältnis stehen (Maßstab des Planes).

So muß also in jedem Fall erst festgesetzt| erklärt werden, was unter “Übereinstimmung zu verstehen ist. — So ist es auch mit der Übereinstimmung einer Längenangabe mit der Länge eines Gegenstandes. Wenn ich sage: “dieser Stab ist 2'5 m lang”, so kann ich z.B. eine Erklärung geben, wie man verfährt, um nach diesem Satz mit einem Maßband die Länge des Stabes zu kontrollieren; wie man etwa nach diesem Satz einen 2'5 m langen Meßstreifen erzeugt. Und ich sage nun, der Satz stimmt mit der Wirklichkeit überein, wenn der so konstruierte Meßstreifen mit dem Stab übereinstimmt. ( Diese Anfertigung eines Meßstreifens illustriert übrigens, was ich in der Abhandlung damit meinte,|: der Satz komme bis an die Wirklichkeit heran.)
     Als ich nun den Andern das Sprachspiel lehrte & sagte: “Licht” (indem ich Licht machte) & “Finster” (indem ich das Licht| es abdrehte), hätte ich auch sagen können, & mit keiner andern Bedeutung: “das heißt ‘Licht’” ( wobei ich Licht mache) & “das heißt ‘Finster’” etc., & auch ebensogut: “das stimmt mit ‘Licht’ überein”, “das stimmt mit ‘Finster’ überein”.




     


     Man denkt leicht beim Worte “Übereinstimmung” nur an Ähnlichkeit, in dem Sinne, in welchem zwei Gegenstände ähnlich sind, wenn man sie leicht mit einander verwechseln kann ( wenn sie einander gleich sehen).

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     Wir gebrauchen (das Wort) “Übereinstimmung mit der Wirklichkeit” nicht als metalogischen Ausdruck, sondern als Teil der gewöhnlichen — praktischen — Sprache.| //Der Ausdruck “Übereinstimmung mit der Wirklichkeit” gehört für uns nicht der Metalogik an, sondern dem praktischen Gebrauch unserer gewöhnlichen Sprache.//
     Man kann etwa sagen: Im Sprachspiel “Licht — Finster” kommt der Ausdruck “Übereinstimmung mit der Wirklichkeit” nicht vor.




     

     Freges Ansicht, daß in der| einer Behauptung eine Annahme steckt die dasjenige ist, was behauptet wird, basiert eigentlich auf der Möglichkeit jeden Behauptungssatz in der Form zu schreiben: “Es wird behauptet, daß das & das der Fall ist”.




     

     Aber wir könnten sehr gut auch jede Behauptung in Form einer Frage mit nachfolgender Bejahung (oder Verneinung) schreiben. Z.B. — statt: “Es regnet”, “Regnet es? Ja!”
     Würde das zeigen, daß in jeder Behauptung eine Frage steckt?




     

     Wir könnten uns eine menschliche Sprache denken, in der es keine Behauptungssätze gibt, sondern nur Fragen & die Bejahung & Verneinung.

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     Man hat natürlich das Recht ein Behauptungszeichen zu verwenden wenn man es im Gegensatz, etwa, zu einem Fragezeichen gebraucht. Irreleitend ist es nur, wenn man meint, daß die Behauptung nun aus zwei Akten besteht, dem Erwägen & dem Behaupten (Beilegen des Wahrheitswertes, oder dergl.) & daß wir diese Akte nach dem geschriebenen Satz ausführen, ungefähr wie wir nach Noten singen.
      Dem Singen nach Noten ist nun allerdings das laute, oder leise, Lesen des geschriebenen Satzes analog| vergleichbar| Mit dem Singen nach Noten ist nun allerdings das laute, oder leise, Lesen des geschriebenen Satzes zu vergleichen; aber nicht eine Tätigkeit den Satz zu denken. |//; aber nicht ein ‘Denken’ oder ‘Meinen’ des Satzes.// Ist also ein Behauptungszeichen im geschriebenen Satz, so wird wieder ein Behauptungszeichen im gelesenen sein (etwa die Betonung, der Stimmfall). Aber das Denken des Satzes besteht nicht darin, daß wir nach den Signalen des Satzes Gedankenoperationen — u.a. auch das Behaupten — ausführten. Und als seien im Satz die Zeichen, & die Bedeutungen im Denken.




     

     Man könnte die Funktion des Fregeschen Behauptungszeichens auch darin sehen, daß es den Anfang der Behauptung bezeichnet. Es entspräche dann dem großen Anfangsbuchstaben, oder dem Schlußpunkt des vorhergehenden Satzes. Das Behauptungszeichen ist dann eine von zwei Klammern, die den selbständigen Satz von einem unterscheiden, der Teil eines andern

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ist. (Dies ist zum Teil gewiß auch der Idee Freges gemäß.) Und diesen Unterschied stark hervorzuheben ist wichtig. Denn unsere philosophischen Schwierigkeiten die Negation & das Denken betreffend rühren in gewissem Sinn daher, daß wir nicht sehen, daß ein Satz “⊢ ~p” oder “⊢ ich denke p” mit dem Satz “⊢ p” wohl “p” gemein hat, aber nicht “⊢ p”.




     

Mit dem Singen nach Noten ist nun allerdings das laute (oder leise) Lesen nach dem geschriebenen Satz zu vergleichen; aber die Zeichen des Satzes sind nicht Signale zu psychischen| seelischen Tätigkeiten des Meinens. Als seien im Satz die Zeichen, die|, & die Bedeutungen im Denken.




     

Wir könnten uns auch eine Sprache denken die nur aus Befehlen besteht.




     

Denken wir an die große Mannigfaltigkeit der Sprachspiele:
      Eine Mitteilung machen, wie: “Licht”, “Finster”;
      einen Befehl geben (“mach Licht!”, “lösch aus!”);
      auf Fragen — “Licht?”, “Finster?” — mit “ja” oder “nein”
antworten;
      einen Befehl ausführen;
      fragen, & die Antworten auf ihre Richtigkeit prüfen;
      negative, disjunktive Befehle ausführen;
      eine Vermutung aussprechen (“welche Karte werde ich jetzt aufschlagen”) & sie verifizieren;

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      eine Notation in eine andere transformieren;
      Schlüsse ziehen;
      ein angewandtes Rechenexempel lösen;
      eine Zeichnung herstellen & sie beschreiben;
      einen Hergang erzählen;
      eine Erzählung erdichten;
      eine Hypothese aufstellen & prüfen;
      eine Tabelle anlegen;
      grüßen;
      ein Tier abrichten, daß es auf den Ruf folgt;| auf Zeichen dressieren| //abrichten//. etc. etc..
      einen Witz erzählen.




     

     Es hilft hier immer sich darauf zu besinnen, wie das Kind an solchen Sprachspielen sprechen lernt. Es hilft auch sich einen primitiven Volksstamm vorzustellen, der eine primitive Sprache besitzt. Eine Sprache etwa die nur aus Befehlen im Krieg besteht; oder aus Befehlen & Berichten. Etwa aus gezeichneten Berichten in einer einfachen zeichnerischen Darstellungsform. (Denke daran, wie die Schrift einmal nur für sehr spezielle Zwecke verwendet wurde.) — Auch der Erwachsene lernt neue Sprachformen, wenn er eine neue Rechnungsart lernt & ihre Anwendung; oder wenn er lernt eine graphische Darstellung von Messungsresultaten zu machen, oder abzulesen.



     

Denke daran daß man Würfeln ein Spiel nennt, aber auch Tauziehen, & auch Reigentanzen.
     Dem falschen ( d.h. unvorteilhaften) Zug im Schach entspricht etwas im Damespiel, & auch im Kartenspielen| & auch etwas im Bridgespiel etc.; aber nichts in einem Abzählspiel.

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     Der falsche Zug in diesem Sinne gehört wesentlich zum Spiel; er ist nicht eine Verunreinigung des Spiels, wie ein falscher Schritt im Tanz.
     Denke nun an die Rollen, unwahrer Sätze in Sprachspielen. Das Subjekt im psychologischen Experiment soll sagen, was es gesehen hat; — es beschreibt seine Erfahrung falsch. — Der Meteorologe macht eine Prognose des zukünftigen Wetters; sie trifft nicht ein.




     

     Wenn wir nicht sehen, daß es eine Menge von Sprachspielen gibt, sind wir geneigt zu fragen: “Was ist eine Frage?” Ist es| sie die Feststellung, daß ich das & das nicht weiß; oder die Feststellung daß ich wünsche der Andere möchte mir sagen …? Oder ist es die Beschreibung meines seelischen Zustandes der Ungewißheit? Und ist der Ruf “Hilfe!” so eine Beschreibung?



     

     Denke daran, wie Verschiedenes “Beschreibung” genannt wird. Denke an die Beschreibung der Lage eines Körpers durch eine Zeichnung, einen Plan & anderseits an die Beschreibung des Verlaufs einer Schmerzempfindung.



     

      Man kann freilich statt der gewöhnlichen Notation der Frage eine Notation der Feststellung oder Beschreibung

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einführen: “ich will wissen, ob …” oder “ich bin im Zweifel, ob …” — aber damit hat man die verschiedenen Sprachspiele einander nicht näher gebracht.




     

Es ist uns, als könnten wir sagen, der fragende Tonfall sei dem Sinn der Frage angemessen.
     Ist der Schrei dem Schmerz angemessen?



     

     Man sagt manchmal: die Affen sprechen nicht, weil ihnen die geistigen Fähigkeiten fehlen. Das heißt: “sie denken nicht, darum sprechen sie nicht”. Aber sie sprechen eben nicht, d.h. sie spielen keine Sprachspiele oder besser: sie verwenden die Sprache nicht. Befehlen, fragen, erzählen, plauschen sind so natürliche Handlungen, wie gehen, essen, trinken, spielen.



     

     Das hängt damit zusammen, daß man meint, das Lernen| mit der Idee zusammen, das Lernen der Sprache bestehe darin, daß man Gegenstände benennt, & zwar: Menschen, Formen, Farben, Schmerzen, Stimmungen, Zahlen, etc.




     

Wie gesagt — das Benennen ist etwas Ähnliches, wie einem Ding ein Namenstäfelchen anheften. Man kann das eine Vorbereitung zum Gebrauch eines Worts nennen. Aber worauf ist es eine Vorbereitung?

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“Wir benennen die Dinge, & können nun über sie reden. Uns in der Rede auf sie beziehen.” Als ob mit dem Akt des Benennens schon das, was wir weiter tun, gegeben sei. Als ob es nur Eines gäbe, was heißt: “von Dingen reden”. Während wir doch das Verschiedenartigste mit unsern Sätzen tun.




     

Denken wir nur zum Beispiel| allein an die Ausrufe — mit ihren ganz verschiedenen Funktionen: Wasser! — Fort! — Au! — Hilfe! — Schön! — Nicht! —



     

Bist Du nun noch geneigt diese Wörter “Namen” zu nennen?





     

Warum ist der Gedanke, die Erwartung, der Glaube,| — die Erwartung, der Glaube — keine bloße Spielerei?
Was hat mein Gedanke mit dem zu tun, was der Fall ist? — Was macht uns die Erwartung zur Erwartung der Wirklichkeit?
     Ich habe das Gefühl: Nur die Stellungnahme zum Bild kann es uns zum Bild der Wirklichkeit machen; d.h., kann es mit der Wirklichkeit so verbinden, gleichsam wie eine Lasche, die die Überleitung von dem Bild zur Wirklichkeit herstellt, die beiden in der rechten Lage zueinander haltend, dadurch, daß beide für sie dasselbe bedeuten.
     Und es ist wahr: das Portrait erhält seine Bedeutung für uns dadurch daß unsere Einstellung zu ihm & unsere Einstellung zu dem Menschen etwas gemein haben.



     

Was verbindet den Glauben, die Überzeugung, mit der Wirklichkeit?| Was verbindet den Ausdruck des Glaubens mit der Wirklichkeit? Ich möchte vielleicht sagen:

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     “Der Glaube ist in uns, die Wirklichkeit außer uns; die beiden sind voneinander isoliert. Was kann dann mein Glaube für eine Bedeutung haben?” — Nun, wer glaubt, macht wirklich nur ein Bild & die Verbindung des Bildes mit der Wirklichkeit ist keine andere, als die durch die besondere Entstehung dieses Bildes gemachte oder durch Erklärungen der Zeichen des Bildes. Aber uns Bilder zu machen ist Teil unseres Lebens.



     

Denk Dir, jemand malte ein Bild der Heimkunft seines Freundes, an die er glaubt. Er betrachtet es gläubig. Handelt diesem Glauben entsprechend.






     


     Introspektion nennt man einen Vorgang des Schauens, — im Gegensatz zum Sehen.




     


     Wenn ich das Wort “glauben” so verstehe, daß ich geneigt bin zu sagen: “ich kann nicht glauben & es nicht wissen, daß ich glaube” dann hat es, eben darum, keinen Sinn zu sagen:

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      “ich weiß, daß ich das & das glaube”. Wie es keinen Sinn hat zu sagen “ich weiß, daß ich Zahnschmerzen habe”, wenn ich “nicht Zahnschmerzen haben kann, ohne es zu wissen”. (Wenn also “ich habe Zahnschmerzen” nicht heißen soll “ich habe Schmerzen, die vom schlechten Zahn herrühren”.)
     (Denke auch an die Frage: “wie merkst Du, daß Du Schmerzen hast?”; oder gar: “wie merkst Du, daß Du fürchterliche Schmerzen hast?” — Dagegen: “wie merkst Du, daß Du Schmerzen bekommen wirst?”)




     


     (Hierher gehört die Frage: welchen Sinn hat es von der Verifikation des Satzes “ich habe Zahnschmerzen” zu reden? Und hier sieht man deutlich, daß die Frage “wie wird dieser Satz verifiziert?” von einem Gebiet der Grammatik zum andern ihren Sinn ändert.)




     

Ist “Ich glaube …” der Ausdruck des Glaubens; oder die Beschreibung des psychischen Erlebnisses| //des seelischen Zustandes//?




     


     Man kann in Worten glauben.



     

Anderseits, warum sollen wir nicht sagen, daß die Aussage “ich glaube …” die Beschreibung des seelischen Zustandes ist? Es ist ja damit nichts verredet. Denn “seelischer Zustand” & “Beschreibung eines seelischen Zustandes” heißt eben| ja so vieles.



     

Man könnte nun die Sache so — falsch — auffassen: Die Frage “wie weißt Du, daß Du Zahnschmerzen hast” wird darum nicht gestellt, weil man dies von den Zahnschmerzen (selbst) aus erster Hand erfährt, während man, daß ein Mensch im andern Zimmer ist, aus zweiter Hand, etwa durch ein Geräusch, erfährt. Das eine weiß ich durch unmittelbare Beobachtung, das andere erfahre ich indirekt. Also: “Wie weißt Du, daß Du Zahnschmerzen hast” — “Ich weiß es, weil ich sie habe” — “Du entnimmst es daraus, daß Du sie hast? aber mußt Du dazu nicht schon wissen, daß Du sie hast?”. - - Der Übergang von den Zahnschmerzen zur Aussage “ich habe Zahnschmerzen” ist eben ein ganz anderer, als der vom Geräusch zur Aussage “in diesem Zimmer ist jemand”. Das heißt, die Übergänge gehören ganz andern Sprachspielen an| //gehören zu ganz verschiedenen Sprachspielen//.




     


     Ist, daß ich Zahnschmerzen habe    ein Grund   zur Annahme, daß ich Zahnschmerzen habe?




     


     (Man kann die Philosophen dadurch verwirren (confound), daß man nicht bloß da Unsinn spricht, wo auch sie es tun, sondern auch solchen, den zu sagen sie sich scheuen (würden).)




     


     Erschließt man aus der Wirklichkeit einen Satz? Also etwa “aus den wirklichen Zahnschmerzen, darauf, daß man Zahnschmerzen hat”? Aber das ist doch nur eine unkorrekte Ausdrucksweise; es müßte hei-

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ßen: man schließt, daß man Zahnschmerzen hat daraus, daß man Zahnschmerzen hat (offenbarer Unsinn).





     


     Hast Du diese Gründe — gleichsam — immer bei Dir, wenn Du es glaubst?
     Und glaubst Du es immer — ausdrücklich — wenn Du Dich etwa wehrst, die Herdplatte anzurühren?
     Meint man mit ‘Gründen des Glaubens| //für den Glauben//’ dasselbe, wie mit ‘Ursachen des Glaubens’ (Ursachen des Vorgangs des Glaubens)?





     


     Glaube ich, wenn ich auf meine Tür zugehe, ausdrücklich, daß sie sich öffnen lassen wird, — daß dahinter ein Zimmer und nicht ein Abgrund sein wird, etc.?
     Setzen wir statt des Glaubens den Ausdruck des Glaubens. —




     


     Was heißt es, etwas aus einem bestimmten Grunde glauben? Entspricht es, wenn wir statt des Glaubens den Ausdruck des Glaubens setzen, dem, daß Einer den Grund sagt, ehe er | man den Grund sagt, ehe man das Begründete sagt?



     


     “Hast Du es aus diesen Gründen geglaubt?” ist dann eine ähnliche Frage, wie: “hast Du, als Du mir sagtest, 25 × 25 sei 625, die

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Multiplikation wirklich ausgeführt?”





     


     Ich könnte also unter ‘Gründen’ zu einer Meinung tatsächlich nur das verstehen, was Einer sich vorgesagt hat, ehe er zu der Meinung kam. Die Rechnung, die er tatsächlich ausgeführt hat.




     


     Frage ich jemand: “warum glaubst Du, daß diese Armbewegung einen Schmerz mit sich bringen wird?”, und er antwortet: “weil sie ihn einmal hervorgebracht und einmal nicht hervorgebracht hat”, so werde ich sagen: “das ist doch kein Grund zu Deiner Annahme”.
     Wie nun, wenn er mir darauf antwortet: “oh doch! ich habe diese Annahme noch immer gemacht, wenn ich diese Erfahrung gemacht hatte”? — Da würden wir sagen: “Du scheinst mir die Ursache (psychologische Ursache) Deiner Annahme anzugeben, aber nicht den Grund”.




     


     “Warum glaubst Du, daß das geschehen wird?” — “Weil ich es zweimal beobachtet habe”.
     Oder: “Warum glaubst Du, daß das geschehen wird?” — “Weil ich es mehrmals beobachtet habe; und es geht offenbar    so   vor sich: …” (es folgt eine Darlegung einer umfassenden Hypothese). Aber diese Hypothese, dieses Gesamtbild, muß Dir einleuchten. Hier geht die Kette der Gründe    nicht   weiter. — (Eher könnte man sagen, daß sie sich schließt.)








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     Man möchte sagen: Wir schließen nur dann aus der früheren Erfahrung auf die zukünftige, wenn wir die Vorgänge verstehen (im Besitze der richtigen Hypothese sind). Wenn wir den richtigen, tatsächlichen, Mechanismus zwischen den beiden beobachteten Rädern annehmen. Aber denken wir doch nur: Was ist denn das| //unser// Kriterium dafür, daß unsere Annahme die richtige ist? —
     Das Bild und die Daten überzeugen uns und führen uns nicht wieder weiter — zu andern Gründen.




     


     Wir sagen: “diese Gründe sind überzeugend”; und dabei handelt es sich nicht um Prämissen, aus denen das    folgt  , wovon wir überzeugt wurden.




     


     Wenn man sagt: “die gegebenen Daten sind insofern Gründe, zu glauben, p werde geschehen, als dies aus den Daten zusammen mit dem angenommenen Naturgesetz folgt”, — dann kommt das eben darauf hinaus, zu sagen, das Geglaubte folge aus den Daten    nicht  , sondern komme vielmehr ? — einer neuen Annahme gleich. — ?










     


     “Das ist ein guter Grund, denn er macht das Eintreffen wahrscheinlich” erscheint uns so wie: “das ist ein guter Hieb, denn er macht den Gegner kampfunfähig”.


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     “Warum nimmst Du an, daß er besserer Stimmung sein wird, weil ich Dir sage, daß er gegessen hat? ist denn das ein Grund?” —
“Das ist ein guter Grund, denn das Essen hat erfahrungsgemäß einen Einfluß auf seine Stimmung”. Und das könnte man auch so sagen: “Das Essen macht es wirklich wahrscheinlicher, daß er guter Stimmung sein wird”.
     Wenn man aber fragen wollte: “Und ist alles das, was Du von der früheren Erfahrung vorbringst, ein guter Grund, anzunehmen, daß es sich auch diesmal so verhalten wird”, so kann ich nun nicht sagen: ja, denn das macht das Eintreffen der Annahme wahrscheinlich. Ich habe oben meinen Grund mit Hilfe des Standards für den guten Grund gerechtfertigt; jetzt kann ich aber nicht den Standard rechtfertigen.




     


     Wenn man sagt “die Furcht ist begründet”, so ist nicht wieder begründet, daß wir das als guten Grund zur Furcht ansehen. Oder vielmehr: es kann hier nicht wieder von einer Begründung die Rede sein.











     

Mit den Worten “wollen”, “willkürlich” (im Gegensatz zu “unwillkürlich”) beschreibt man eine Menge verschiedener Erfahrungen. Denke daran, wenn wir beim Essen die Hand mit dem Löffel heben — weil wir sie heben wollen; anderseits wenn wir ein Gewicht zu heben uns anstrengen, es zu heben versuchen. Ist eine solche Erfahrung des Versuchens auch im ersten Fall & nur insofern modifiziert als es uns so leicht gelingt den Löffel zu heben? — Oder ich schreibe: schreibe ich unwillkürlich? — Aber ist mein Schreiben von Willensakten begleitet? Will ich einen Buchstaben schreiben bevor ich ihn schreibe? Und wie verschieden ist es wieder, wenn ich nachdenken will, mich erinnern will, etc.. Zwischen allen diesen Fällen bestehen verschiedene einander übergreifende Analogien (Familienähnlichkeiten).



     

Was man im Falle des Armhebens ‘wollen’ nennt hängt mit der Erfahrung der

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Muskelempfindung zusammen. Man versuche sich vorzustellen daß man seinen| einen Arm hebt (willkürlich hebt) ohne aber zu fühlen, daß er sich (oder man ihn) hebt, sondern bloß mit den Augen wahrnehmend, daß er sich hebt.





     

‘Nicht herbeiführen’? — Wie was? — Was kann ich denn herbeiführen? Womit vergleiche ich das Wollen, wenn ich dies sage?



     


     Im Gegensatz wozu nenne ich denn hier das Wollen “eine Erfahrung”, &| oder sage, es komme, wenn es komme?!



     

Wo ist die Antithese, auf die ich hier denke, zu Hause?








     

Man sagt: “vielleicht wird es Dir einmal geschehen, daß Du das siehst, oder hörst”; aber

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man sagt nicht: ‘vielleicht wird es Dir einmal geschehen, daß Du das willst’. “Denn”, möchte man sagen, “wenn Du willst (Lust hast) kannst Du jederzeit wollen. Denn Du tust es ja selbst; nicht der Körper, der nur teilweise von Dir abhängig ist, sondern Du.






     


     Und zu sagen, ich könne nicht zu wollen versuchen ist natürlich keine Aussage über die Naturgeschichte des Willens. Das Zeitwort “wollen” legt es uns nahe, die Tätigkeit des Wollens mit der Tätigkeit der Ausführung des Gewollten zu vergleichen & die grammatische Verschiedenheit für eine Verschiedenheit der Eigenschaften zu nehmen.


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     Denke ich aber an eine Anwendung dieses Ausdrucks, so ist (da) immer eine Erscheinung im Spiele.



     

Das was den Eindruck erweckt, daß es ein Tun gibt abgelöst vom Erfahren ist die Existenz der Ausdrucksweise: “Ich tue das”, “ Ich hebe den Arm”, im Gegensatze zu “Mein Arm hebt sich”, oder “Ich fühle, sehe, wie mein Arm sich hebt”.



     

Wir sind unter dem Eindruck dieser Ausdrucksform| Ausdrucksweise, wenn wir das unmittelbar Gegebene als Tun & Wahrnehmen sehen.

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Bedenken wir auch, daß die Tätigkeit des Deliberierens von den Erfahrungen beim wirklichen Ausführen der Bewegung unabhängig sind. D.h., dieses Deliberieren, Überlegen, Wählen, könnte geschehen, auch ein Entschluß gefaßt werden, & die willkürliche Handlung doch nicht stattfinden. Und umgekehrt konnte die willkürliche Handlung ohne jede vorausgehende Überlegung ausgeführt werden.


     



Es ist freilich in dieser Konzeption gleich eine Schwierigkeit, daß nämlich das, was der Wille ausführt, sich in der Vorstellung zeigen muß.






     

Was ist das, was wir wollen? Was ist das Objekt des Wollens?






     

Ist das Deliberieren, das zur Handlung führt, selbst eine Erfahrung oder eine Tätigkeit? Und allgemein: ist der Gedanke eine Erfahrung oder eine Tätigkeit? — Wie willst Du ihn nennen? (Man liest oft in Erzählungen den Ausdruck: “plötzlich hörte er sich die Worte sagen …”.)



     

“Geschieht es uns, daß wir wünschen, oder

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tun wir es?” Ja, hat diese Frage einen Sinn? Es hat freilich Sinn zu fragen: “Hast Du den Arm absichtlich gehoben, oder hat er sich von selbst gehoben?” Und die Frage, ob das Wünschen ein Tun oder ein Erfahren sei, kann etwa bedeuten: ob das Wünschen ähnlicher ist dem willkürlichen Heben des Armes, oder der Erfahrung, daß mein Arm sich hebt. (Lichtenberg: “Es denkt.”)



     

Es hat auch keinen Sinn zu fragen: “ist das Wollen, eigentlich, eine Erfahrung?”
     Die eigentümliche, zähe Schwierigkeit dieser Frage zeigt schon, daß es eigentlich keine Frage ist.



     

“Das Wollen kommt, wenn es kommt”, & das heißt, es müßte eigentlich etwas sein, was da ist, ehe es da ist.



     

Das philosophische Problem scheint unlösbar; bis| unlösbar. Bis man sieht, daß es eine Krankheit| ein Leiden der Darstellungsform gibt. | //Das philosophische Problem scheint unlösbar. Bis man sieht, daß es eine Krankheit gibt, die in der Darstellungsform sitzt.| die ihren Sitz in der Darstellungsform hat.//





     

Mein Ausdruck kam daher, daß ich mir das Wollen als ein Herbeiführen dachte, — aber nicht als ein Verursachen, sondern — ich möchte sagen — als ein direktes, nicht-kausales, Bewegen| //Herbeiführen//. Und dieser Idee liegt die Vorstellung zu Grunde, daß der kausale Nexus durch einen Mechanismus, eine Reihe von Zahnrädern oder dergleichen, gebildet wird.| die Verbindung zweier Maschinenteile durch einen Mechanismus, etwa eine Reihe von Zahnrädern, ist. Die Verbindung kann auslassen, wenn der Mechanismus gestört wird. (Man denkt nur an die Störungen, denen ein Mechanismus normalerweise ausgesetzt ist; nicht daran, daß etwa die Zahnräder plötzlich weich werden, oder einander durchdringen, etc..)




     


     Das Motiv ist nicht eine Ursache ‘von innen gesehen’! (Das Gleichnis von ‘innen & außen’ hier, wie so oft, gänzlich irreführend. — Es ist verwandt der Idee von der Seele, einem Lebewesen, im Kopfe. Aber wir vermengen diese Idee mit andern unverträglichen, wie die| diese Idee ist mit andern unverträglichen vermengt, wie die … Metaphern im Satz “der Zahn der Zeit, der alle Wunden heilt, etc.”.)




     

Man nimmt an daß ein Mensch das Motiv seiner Tat weiß; — das sagt uns etwas über die Bedeutung des Wortes “Motiv”. |

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//; — das zeigt uns, wie wir das Wort “Motiv” gebrauchen.// |//; — das sagt uns etwas darüber, wie wir das Wort “Motiv” gebrauchen.//





     

“Wie weißt Du, daß das wirklich der Grund ist, weswegen Du es glaubst?”, das ist ähnlich, als fragte ich: “wie weißt Du, daß es das ist, was Du glaubst”. Denn, wenn er die Gründe angibt, beschreibt er ein Operieren mit Gedanken, das zu dem Geglaubten führt (ihn etwa geführt hat); einen Vorgang der seiner Art nach zu dem des Glaubens gehört.
     Der Unterschied zwischen der Frage nach der Ursache & der Frage nach dem Grund ist etwa der, zwischen den Fragen: “Was ist die Ursache der Bewegung dieses Körpers von A nach B” & “Auf welchem Wege ist er von A nach B gekommen”. (Hier sieht man, wie auch die Angabe der Ursache als Angabe eines Weges aufgefaßt werden kann.)




     

“Man kann die Ursache einer Erscheinung nur vermuten” (nicht wissen); das muß

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grammatische Bedeutung haben. Es heißt nicht, daß wir mit dem besten Willen die Ursache nicht wissen können. (“Wir können in der Zahlenreihe, soweit wir auch zählen, kein Ende erreichen” d.h.: von einem “Ende der Zahlenreihe” kann keine Rede sein.)
     Nun hat es einen Sinn, zu sagen: “Ich kann die Ursache dieser Erscheinung nur vermuten”; d.h., es ist mir noch nicht gelungen, sie (im gewöhnlichen Sinne) ‘festzustellen’. Im Gegensatz also zu dem Fall, in dem es mir gelungen ist, in dem ich die Ursache weiß. — Sage ich aber als metaphysischen Satz, “ich kann die Ursache immer nur vermuten”, so heißt das: ich will im Falle der Ursache immer nur das Wort “vermuten” & nicht das Wort “wissen” gebrauchen und so verschiedene Gebiete der Grammatik auseinanderhalten. (Das ist also, wie wenn ich sage: ich will in Gleichungen immer das Zeichen “=” & nicht das Wort “ist” gebrauchen.)
Was an unserm ersten Satz irreführt ist das Wort “nur”; aber freilich gehört das eben ganz zu dem Gleichnis, das im Gebrauch des Wortes “können” liegt.






     

Das wovor man sich fürchtet braucht nicht die Ursache der Furcht zu sein. Wenn ich sage: “ich fürchte mich, weil er mich anschaut”, so konstatiert das “weil” keinen kausalen Zusammenhang.




     

“Der schmerzlose Zustand setzt die Fähigkeit voraus Schmerzen zu fühlen” & das kann keine physiologische Fähigkeit sein. Wenn ich sage “ich habe keine Schmerzen im Arm”, heißt das, daß ich eine Art schattenhaftes Gefühl habe, welches die Stelle andeutet, in die der Schmerz, wenn er käme, eintreten würde?
      Inwiefern enthält der gegenwärtige,

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schmerzlose, Zustand die Möglichkeit der Schmerzen?
     Wenn einer sagt: “Damit das Wort ‘Schmerzen’ Bedeutung habe, ist es notwendig, daß man Schmerzen als solche erkennt, wenn sie auftreten”, so kann man antworten: Es ist nicht notwendiger, als daß man das Fehlen der Schmerzen erkennt.



     


     “Schmerzen” heißt, sozusagen der ganze Maßstab & nicht einer seiner Teilstriche. Daß der Zustand auf einem bestimmten Teilstrich steht, ist durch einen Satz ausgedrückt.| auszudrücken.




     


     Ist absolute Stille zu verwechseln mit innerer Taubheit, ich meine der Unbekanntheit mit dem Begriff des Tons? Wenn das der Fall wäre, so könnte man den Mangel des Gehörsinnes nicht von dem Mangel eines andern Sinnes unterscheiden.
     Ist das aber nicht genau dieselbe Frage wie: Ist der Mann, der jetzt nichts Rotes um sich sieht, in derselben Lage, wie der, der unfähig ist, rot zu sehen?
     Worin äußert sich die Fähigkeit rot zu sehen & worin die Bekanntschaft mit dem Begriff des Tons?
     Man wird sagen: Er muß wissen was “Ton” heißt. Aber was heißt es, das zu wissen? — Ich sage: “ich weiß was ‘rot’ heißt”.

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— Jemand fragt: “Bist Du sicher?” — Was würde ich da tun, um mich davon zu überzeugen?





     

Kann ich mir Schmerzen in der Spitze meines Nagels denken, oder in meinen Haaren? — Sind diese Schmerzen nicht ebenso, & ebenso wenig vorstellbar, wie die an irgend einer Stelle meines Körpers, wo ich (jetzt) gerade keine Schmerzen habe & mich an keine erinnere? — Das Bild der Möglichkeit ist in den Gedanken, das heißt, in der Sprache.





     


Ende August 36

Philosophische Untersuchungen.

Versuch einer Umarbeitung.




     


     Das Lernen der menschlichen Sprache beschreibt Augustinus so:| Augustinus beschreibt das Lernen der menschlichen Sprache so: (Confessiones I.8)
“… cum … appellabant rem aliquam et cum secundum eam vocem corpus ad aliquid movebant, videbam et tenebam hoc ab eis vocari rem illam, quod sonabant, cum eam vellent ostendere”.


     


     Wer das Lernen der Sprache| es so beschreibt, denkt vorerst an eine gewisse Klasse von Wörtern, wie etwa ‘Mann’, ‘Brot’, ‘Tisch’, & erst in zweiter Linie| nur entfernt an Wörter, wie ‘nicht’, ‘aber’, ‘vielleicht’, ‘heute’.